„Wünsche nicht berücksichtigt“

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Dirk Hendess von der Bürgerinitiative „Rettet den Moorbekpark“ war entsetzt von den vorgestellten Entwürfen Foto: Blume

Wäldchen Moorbekpark verschwindet: Interessengemeinschaft kritisiert den Gewinnerentwurf

Von Claudia Blume
Norderstedt
Der Moorbekpark wird sein Gesicht verändern. Wo sich heute eine grüne Wiese mit Gehölzen und einem kleinen Wäldchen befindet, entsteht in zwei Jahren eine neue Siedlung. 19 Häuser mit 123 Wohneinheiten auf einer Fläche südlich der Straße Buckhörner Moor sieht der Entwurf des Architekturbüros PBP für das Hamburger Bauunternehmen Richard Ditting vor – mit Hofgemeinschaften aus Stadthäusern, Reihenhäusern, Geschosswohnungsbau und Mehrgenerationenhaus; mit begrünten Flachdächer sowie Pultdächern, Solaranlagen, Tankstellen für Elektroautos und E-Bikes, Car Sharing-Konzept und Gemeinschaftsbereichen mit Kinderspielflächen. Der Siegerentwurf wurde im Rahmen eines Investorenwettbewerbs aus 15 eingereichten Plänen von einer Jury aus Vertretern aller Fraktionen, Baudezernent Thomas Bosse, Stadtplanerin Christine Rimka, Marc-Mario Bertermann, Geschäftsführer der Entwicklungsgesellschaft Norderstedt (EgNo) sowie drei Architekten gekürt. Einen Tag zuvor hatten Bürger die Chance, alle Entwürfe anzuschauen und mit Klebezetteln zu bewerten. „Ghettobauten“, „zu hoch“, „zu eng“ war auf vielen Stickern zu lesen. Anwohnerfamilie Sothmann sprach von Platzangst, die sie in solchen Siedlungen bekommen würde. Telse Hamdorf suchte das Positive und favorisierte Vorschlag 1147 mit „dörflicher Struktur und Innenhöfen, die Sicherheit geben.“ Doch gewählt wurde Entwurf 1155. Für Dirk Hendess, Sprecher der Bürgerinitiative „Rettet den Moorbekpark“, das „geringste Übel, mit dem jedoch niemand glücklich wird. Zwar wird nicht wie in anderen Vorschlägen in die Höhe gebaut, dafür aber in die Fläche. Das schützenswerte Wäldchen verschwindet. Die Anwohner sind durch eine Höhe von zwei Geschossen einigermaßen geschont worden, aber zum Park hin herrscht mit einer Dreigeschossigkeit eine harte Kante. Zudem ist alles sehr eng bebaut. Unsere Wünsche sind nicht berücksichtigt worden.“ Gefordert hatte die Bürgerinitiative maximal zwei Geschosse und aufgelockerte Bebauung. Dazu Baudezernent Thomas Bosse: „Die bebaute Fläche liegt nur bei etwa 30 Prozent, der Grünanteil dagegen bei über 50 Prozent. Somit wird der Park keineswegs zugebaut.“ Sorgen bereiten der Bürgerinitiative auch die geplanten Keller und Tiefgaragen. „Obwohl die Garagen in Fließrichtung ausgerichtet sind, befürchten wir eine Grundwasserbeeinträchtigung. Hier muss man unbedingt vor Baubeginn ein Gutachten erstellen“, fordert Dirk Hendess.
Ohnehin setzt er auf Öffentlichkeitsbeteiligung im Rahmen des folgenden Bauleitplanverfahren, nachdem der Entwurf bereits der Stadtvertretung vorgestellt wurde. „Wir bleiben am Ball“, verspricht er.
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