Zuhause in der Welt

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Japanische Gäste aus Matsuyama mit den Norderstedtern Sibylle und Detlef Warmbold Fotos: firendship-force e.V.

Norderstedter Paar betreibt Verein zur Völkerverständigung

Von Claudia Blume
Norderstedt. Ohne ein paar Gläser Sauerkraut gehen Sibylle und Detlef Warmbold nie auf Reisen. Nicht, dass sie fürchten, verhungern zu müssen. Sie bringen die Spezialität vielmehr als Geschenk mit und zaubern daraus für ihre Gastgeber ein typisch deutsches Gericht. Das Norderstedter Ehepaar möchte auf seinen Reisen nämlich vor allem eines: Menschen aus und in aller Welt kennenlernen.
Das ist das Credo von Friendship Force, einer privaten Austauschorganisation zur Förderung der Völkerverständigung, gegründet 1977 von Wayne Smith, dem ehemaligen US-Präsidenten Jimmy Carter und dessen Frau Rosalynn. Sie waren überzeugt, dass eine Freundschaft zwischen Menschen verschiedener Nationen und Kulturen nicht nur eine persönliche Bereicherung für den einzelnen sei, sondern Verständnis und damit im weitesten Sinne den Weltfrieden fördern könnte.
Weltweit gibt es 350 Friendship Force-Clubs. Sibylle Warmbold leitet als 1. Vorsitzende den 1984 gegründeten Norderstedter Club mit 80 Mitgliedern, die als Kulturbotschafter unterwegs sind. „Mit meinen 64 Jahren gehöre ich zu den jüngeren Aktiven“, sagt sie schmunzelnd. Nach Absprache besuchen sich die Clubs in Gruppen bis zu 20 Personen. Dabei erhalten auswärtige Gäste bei den heimischen Mitgliedern eine Woche Kost und Logis, nehmen am Alltagsleben teil, haben Spaß zusammen und erfahren auch etwas von den Sorgen des anderen.
Der Kontakt steht im Vordergrund, denn der Wahlspruch von Friendship Force lautet: Faces – no places. „Selbstverständlich stehen auch Sehenswürdigkeiten auf dem Programm“, erklärt Sibylle Warmbold, „aber die verblassen im Nachhinein, wenn ich an die Menschen denke, die ich kennenlernen durfte.“ Mit ihrem Mann machte sie außerhalb Europas bereits Station in Costa Rica, Australien, Indonesien und begleitete die Enkelkinder ihrer japanischen Gastfamilie zum Schwimmunterricht. „In Neuseeland wohnten wir in einem wunderschönen Hochzeitshaus und in den Niederlanden in einem entzückenden Schuppen.“ Mindestens zwei Mal pro Jahr kommen Friendship Force-Gäste nach Norderstedt und verewigen sich mit einer Plakette am Findling nahe des Arboretums im Stadtpark. „Im Anschluss wird meistens geboßelt, das hebt die Stimmung enorm und beim Spielen lernt man sich leichter kennen“, sagt die Weltenbummlerin und fügt hinzu: „Gäste zu bekommen, ist schon die halbe Reise“. Und dann muss Sibylle Warmbold los – indonesische Friendship-Forcler am Flughafen abholen. Wer weiß, vielleicht kochen die Asiaten heute Abend auch etwas Köstliches für die Norderstedter Gastgeber.
Friendship Force Norderstedt e.V. trifft sich jeden ersten Mittwoch um 19.30 Uhr im Norderstedter Rathaus. Es werden immer Menschen gesucht, die gerne für eine Woche Gäste aufnehmen möchten. Interessierte sind herzlich willkommen. Informationen auch unter friendshipforcenorderstedt.de
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