Die Hilfe kommt an

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Ein Ehrenamtler versorgt Kalida Seido Topa (li.) mit Lebensmitteln aus einer Kühlbox Fotos: tj

„Quickborner Tisch“ verteilt Lebensmittel. Es kommen immer mehr Flüchtlinge

Von Tina Jordan
Jeden Mittwoch gegen 10 Uhr versammeln sich etwa 60 Menschen vor dem Haus Roseneck an der Kieler Straße 95. Eine halbe Stunde später lassen Brigitte Schulz-Mosler oder ihre Kollegen die Wartenden Nummern ziehen. Wer sich als erstes an den Lebensmittelspenden der vier Supermärkte und zwei Einzelhändler bedienen darf, entscheidet der Zufall. Das unterscheidet den Verein „Quickborner Tisch“ von den bundesweit tätigen Tafeln. Jeder der Essen bekommt, kann Geld spenden, so viel er hat.
Neben vielen Deutschen kommen auch immer mehr Flüchtlinge. Darunter ist auch die Familie Topal, die mit sechs Familienmitgliedern aus Aleppo in Syrien flüchtete. Die Kurden sprechen kaum Deutsch. Deswegen absolviert die gesamte Familie beim Träger des Vereins, dem Diakonischen Werk, einen Sprachkurs.
„Für uns ist das in Ordnung hierher zu kommen und Lebensmittel zu bekommen. Es muss ja sein“, sagt Mutter Kalida Seido Topal. Ihr jüngster Sohn Nedal geht inzwischen in eine deutsche Grundschule. Die älteren Brüder des Zehnjährigen Adel (19) und Ahmed (15) wollen ebenfalls in Quickborn weiter zur Schule gehen. „Hier ist es schön, wir wollen in dieser Stadt bleiben“, sagt der 47-jährige Hassan, Vater der Jungen. Auch Ehmar Valid kommt regelmäßig ins Haus Roseneck. Der 22-jährige Afghane lebt zusammen mit seinem Zwillingsbruder, der Mutter und einem jüngeren Bruder seit einem Jahr in Deutschland. Sein Vater starb im Krieg. In Kabul hatte er auf seiner Schule Deutschunterricht und spricht die fremde Sprache schon relativ gut. „Es ist schwer, gerade für junge Flüchtlinge, den Alltag zu meistern“, sagt er. Es frustriere ihn, keine Aufgabe zu haben. Er schläft viel und träumt von seiner Zukunft. „Wenn ich ein Visum bekomme, will ich Grafikdesign studieren“, verrät er.
Auch die Albaner Mehmet Zaimir und Nawila sowie ihre beiden Kinder Fatjon (6) und Gsim (3) warten geduldig auf ihre Lebensmittelzuteilung. Die Familie ist als Roma politisch verfolgt und hat nun in Quickborn eine neue Heimat gefunden.
„Solche Hilfe wie hier in Quickborn gibt es bei uns nicht, für uns ist das eine große Unterstützung“, sagt Mehmet Zaimir.
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