Heimniederlagen für den Schachclub Norderstedt

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Gute Laune verbreiteten Schiedsrichter Detlef Wickert (vorn) und SKN-Vorsitzender Rüdiger Schäfer. Foto: Maibom.
Norderstedt. Wo sonst die Schüler mit dem Essbesteck klimpern, herrschte diesmal konzentrierte Ruhe. Der Schach-Klub Norderstedt (SKN) richtete seinen Heimspieltag in der 1. Schach-Bundesliga aus. Und als Spielsaal hatten die Denksportler die neue Mensa des Coppernicus-Gymnasiums ausgewählt.
Schach kann man eigentlich überall spielen. Es reichen ein paar Striche im Sand als Spielbrett und zwei Handvoll Muscheln als Figuren. Oder man spielt gleich nur im Kopf. Ganz anders in der Schach-Bundesliga. Die fordert nicht nur Spielbretter, an denen sämtliche Züge elektronisch an ein Computersystem übertragen werden, sondern auch noch Tisch- und Raumgrößen oder einen Analyseraum. Zwölf Seiten lang sind die gelisteten Vorgaben des Schach-Bundes für einen Bundesliga-Wettkampf. Der Service für die Schachfreunde ist dann aber auch spitze. Alle Partien können live und in Echtzeit online auf der ganzen Welt verfolgt werden.
Lange war der SKN auf der Suche nach einer geeigneten Örtlichkeit für den Heimspieltag. Sogar der Plenarsaal im Rathaus war in Betracht gezogen worden. „Es wäre ein großartiges Ambiente für den Wettkampf gewesen. Aber an den Stadtvertretertischen können wir nicht spielen und wir hätten die Tische nicht geeignet weg räumen können“, erklärt SKN-Vorsitzender Rüdiger Schäfer. Die anderen Räume im Rathaus waren für die Bundesliga-Vorgaben zu klein.
So verschlug es die Denker an die ehemalige Norderstedter Eliteschule. Die Schachbretter für den Wettkampf lieh man sich vom Hamburger Schachklub. So ein für die digitale Übertragung geeignetes Brett kostet pro Stück rund 400 Euro. Und für einen Heimspieltag braucht man derer gleich 16. Hinzu kommen die Anschaffungspreise für die geeigneten Figuren. Geld, das der SKN in seiner ersten Erstligasaison definitiv nicht über hat.
Immerhin konnten die Norderstedter in dieser Partie fünf Begegnungen unentschieden gestalten. Da sie aber drei Partien verloren, stand es am Ende 2,5:5,5. Mit dem selben Resultat war am Vortag der Vergleich mit SV Mülheim Nord ausgegangen. Immerhin konnte Thomas Kahlert seine Partie gewinnen.
In der Tabelle findet sich der SK Norderstedt nach vier Spielrunden sieglos im Tabellenkeller wieder. „Das hatten wir aber nicht anders erwartet. Wir wussten, dass wir gegen den Abstieg kämpfen würden“, sagt Rüdiger Schäfer. Mit den Norderstedtern stehen noch vier weitere Vereine punktlos da. Zwei weitere Wettkampf-Wochenenden werden noch absolviert, bis die Norderstedter am 23./24.Februar auf die ersten beiden Kellerkinder treffen. Dann soll es nicht nur mit Einzelsiegen sondern mit einem richtigen Spielgewinn klappen. (tm)
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