Stelldichein der Meister

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Gruppenfoto mit Sieger: Organisator Suren Petrosjan (links) und SK Norderstedt-Vorsitzender Rüdiger Schäfer rahmen Turnier-Sieger Maxim Turov ein. Foto: Maibom

12. Internationales Schach-Osterturnier: Teilnehmer aus 18 Nationen

Norderstedt. Eine gehörige Portion Stolz schwang in der Stimme von Rüdiger Schäfer mit, als er bei der Siegerehrung kurz über das just absolvierte 12. Internationale Osterturnier reflektierte. „Das war das bestbesetzte Schachturnier, das in Schleswig-Holstein stattgefunden hat. 131 Spieler aus 18 Nationen. Wir hatten 39 Groß, Fide- und internationale Meister am Start“, zählte Schäfer auf. Bester unter ihnen wurde Maxim Turov mit dem zweitkleinsten Vorsprung, der bei solch‘ einer Veranstaltung erspielt werden kann.
Es darf aber bezweifelt werden, dass der Russe diesen knappen Sieg schon vor dem letzten Spiel ausgerechnet hatte. Schließlich hatten vor der letzten Spielrunde ein halbes Dutzend Spieler Siegchancen. Trotzdem einigte sich Turov mit seinem Gegner Evgenie Vorobiov schon nach knapp 20 Minuten Spielzeit auf Remis. Fünf lange Stunden Warten folgten, ehe feststand, dass es für Turov gereicht hatte. Fünf Spieler hatten am Ende sieben Punkte in den neun Turnierpartien geholt. Also wurde die erste Unterwertung bemüht. In der sogenannten Buchholzwertung werden die Punkte der Gegner aufaddiert, gegen die ein Spieler im Laufe des Turniers gespielt hat. Das ergab einen Gleichstand zwischen Turov und Niclas Huschenbeth vom Hamburger SK: 47,5 Punkte. Also musste die zweite Unterwertung bemüht werden. Und die Sonneborn-Berger-Wertung, die neben der Spielstärke den Erfolg der absolvierten Spiele berücksichtigt, gab dann den Ausschlag zugunsten von Turov: 37,25:26,25.
Gut eine Stunde Ausrechenzeit hatten Turnierorganisator Suren Petrosjan und sein Team benötigt, ehe alle Platzierungen feststanden. Für Javier Aguera Naredo hatte sich der Oster-Ausflug nach Norderstedt besonders gelohnt. Als Fide-Meister kam der Spanier nach Schleswig-Holstein, als Internationaler Meister fuhr er wieder heim. Fide-Meister ist der kleinste Titel, der von der Fédération Internationale des Échecs, dem internationalen Schachverband vergeben wird.
Neben den Meisterdenkern hatten Suren Petrosjan und der SK Norderstedt noch eine Gruppe besonderer Spieler zu Gast. Eine Delegation der Deutschen Nationalmannschaft im Blinden- und Sehbehindertenschach bereitete sich während des Osterturniers auf die Schacholympiade in Indien vor. „Das lief hier sehr angenehm fair ab“, meinte Nationalspieler Jürgen Pohlers. Die Sehbehinderten spielen quasi an zwei Brettern gleichzeitig. Einmal das offizielle Turnierbrett und dann ein spezielles Steckschachspiel, auf dem sie die aktuelle Spielposition ertasten können, ohne nach der Schachregel „Berührt – Geführt“ ungünstige Züge machen zu müssen. Die Spielzüge werden dann dem Gegner angesagt, was für etwas Unruhe im Saal sorgt. Doch die Starter in Norderstedt erwiesen sich als sehr tolerant. Bester Norderstedter wurde im Turnier schließlich Michael Kopylov als Siebzehnter. Norderstedts Ligaspielerin Marta Michna, eigentlich heißeste Anwärterin auf den Titel als beste Spielerin des Osterturniers, hatte kurzfristig verzichtet, um sich auf das entscheidende Match um den Aufstieg in die 1. Bundesliga vorzubereiten.
So wurde Judith Fuchs vom HSK beste Spielerin mit fünf Punkten aus neun Partien. (tm)
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