Fluglärmschutzkommission entscheidet über Flachstartverfahren

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Hamburg: Flughafen Hamburg |

Die Hamburger Fluglärmschutzkommission hat in ihrer Sitzung am Freitag, 19.02.2016, klare Empfehlungen für den Schutz der Bevölkerung vor den steigenden Belastungen durch den Luftverkehr in Hamburg und dem Umland ausgesprochen. Martin Mosel, Sprecher der BAW Bürgerinitiative für Fluglärmschutz in Hamburg und Schleswig-Holstein, äußert sich verhalten optimistisch, "Dem konsequenten Druck der Initiativen und betroffenen Bürgerinnen und Bürger ist entsprochen worden. Hier sind erste Schritte in eine richtige Richtung getan worden, denen jedoch noch viele folgen müssen. Senat und Flughafen haben heute zusätzliche Aufgaben erhalten. Wie das in die Umsetzung des 16-Punkte-Plan [16PP] zur Reduzierung des Fluglärm hineinwirken wird, soll sich laut Umweltbehörde noch in diesem Frühjahr zeigen. Seit dem letzten Frühjahr warten wir aber auch bereits auf die Gesetzesinitiative der SPD zur Stärkung der Fluglärmschutzbeauftragten, eine der vielen ungelösten Teilaufgaben des 16PP", merkt Mosel an.

+++ Das besonders fluglärmlastige Flachstartverfahren mit länger tief fliegenden Flugzeugen ist in Hamburg nicht mehr anzuwenden. Die bisher auf der Grundlage von berechneten Lärmpegeln verneinte Mehrbelastung ist durch Realmessungen nun widerlegt worden. Die konsequent von den Initiativen und Betroffenen seit langer Zeit geforderte Abschaffung dieses Startverfahrens wird damit wohl entsprochen. Die internationale Luftfahrtorganisation ICAO hat bereits vor Jahren eine klare Empfehlung gegen das Flachstartverfahren für dichte Siedlungsgebiete ausgesprochen.

+++ Auch in 2016 nehmen die Beschwerden über Fluglärmereignisse in Hamburg und dem Umland weiter zu. Die im Januar 2016 noch deutlich gegenüber dem Vorjahr angestiegenen Verspätungszahlen sollen im Februar rückläufig sein. Die Fluglärmschutzbeauftragte hat dem Flughafen in der Deutung der fast 9.500 Beschwerden in 2015 klar widersprochen und gleichzeitig die Zahlen bestätigt. "Eine Vergleichbarkeit mit den Vorjahren ist gegeben."

+++ Realmessungen der Fluglärmkontur an den Flugzeugen bestätigen auch die steigenden Lärmpegel durch die mit mehr Passagieren besetzten Maschinen. Damit ist auch die von den Initiativen bereits dargestellte deutliche Fluglärmzunahme bei weniger Flugbewegungen bestätigt. Mehr Passagiere bedeuten mehr Fluglärm und auch eine höhere Belastung durch Luftschadstoffe.

+++ Die Forderung der Fluglärmschutzinitiativen das bisher bestehende Wettbewerbsprogramm des Flughafens mit Rabatten und Nachlässen auf die Start- und Landegebühren neue Fluggesellschaften insbesondere Billigfluggesellschaften für Hamburg zu kobern, steht insgesamt auf dem Prüfstand. Besonders die Rabattierung der gesonderten Lärmentgelte auf bis zu 0 Euro wirkt dabei kontraproduktiv auf die Steuerungswirkung der erhöhten Lärmentgelte. Welcher Anreiz ist vorhanden, wenn kein Lärmentgelt erhoben wird?

+++ Die Fluggesellschaften in Hamburg bemängeln, dass das an anderen Flughäfen in Deutschland immer mehr angewandte lärmmindernde CDA-Landeverfahren noch nicht eingeführt wurde. Deutsche Flugsicherung und Flughafen sind hier mehr in die Pflicht zu nehmen. Auch diese Änderung der Anflugverfahren auf einen höheren Landewinkel mit einer Lärmentlastung unter dem Landepfad ist eine Forderung der Initiativen, die bereits auch Eingang in den 16-Punkte-Plan der Bürgerschaft gefunden hatte. Sie stellt jedoch nur einen Teilaspekt der Forderungen zur Änderung der Anflugverfahren dar.

+++ Auch ein neuer Termin der Bürgerfragestunde vor Ort der Fluglärmschutzkommission ist festgelegt worden. Die Hamburger Fluglärmschutzkommission wird sich erstmals zu einer Sitzung im Umland treffen und zwar am 02.06.2016 in Bargteheide im Kreis Stormarn, einer der von Fluglärm hoch belasteten Kreise in Schleswig-Holstein.
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