Februar 2016: Fluglärmrekorde treffen die Anwohner

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Die Fluglärmpegel sind im Jahresvergleich um bis zu 3 dB(A) gestiegen
Hamburg: Flughafen Hamburg |

"Kein Februar war so laut, wie der in 2016", ist das Resümee der BAW Bürgerinitiative für Fluglärmschutz in Hamburg und Schleswig-Holstein. Nach Auswertung der zur Verfügung stehenden Zahlen, sind die Dauerschallpegel der Fluglärmereignisse an den Messstationen in Hamburg und Schleswig-Holstein teilweise um bis zum 3 db(A) gestiegen.

Auslastung ist rückläufig

Im Februar 2016 hat es mehr als 11.000 Starts und Landungen in Fuhlsbüttel gegeben, 3,6 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Über eine Mio Passagiere haben im Februar den Flughafen genutzt. Die Auslastung der Flugzeuge war dagegen mit rund 94 Passagieren rückläufig. Ein A320 verfügt über 180 Sitzplätze.


Der Flughafen verkürzt seine Statistik

Die Verspätungen nach 23 Uhr sind im Februar zum Vorjahr leicht zurück gegangen. Die Flugverkehrszahlen in der regulären Nachtzeit ab 22 Uhr werden vom Flughafen seit 2016 nicht mehr zur Verfügung gestellt. "Mit aufgesetzten Sichtblenden will der Flughafen sich hier einer berechtigten Diskussion entziehen", so Martin Mosel, Sprecher der BAW. Nach eigenen Ermittlungen der BAW ist der Flugverkehr besonders in den Tagesrandzeiten weiterhin stark ansteigend.

Eine Lübecker Alternative ist nicht gewollt

Von Lübeck ist nun auch der letzte Billigflieger nach Hamburg geholt worden. WIZZ wird bereits ab April von Hamburg aus agieren und insbesondere Ziele in Osteuropa anfliegen. „Statt in Lübeck eine wirksame Alternative zur Entlastung des Stadtflughafen Hamburg aufzubauen, versetzt man dem Flughafen dort den Dolchstoß und entledigt sich eines Partners im Rahmen des Norddeutschen Lufverkehrskonzeptes“, so Mosel. Schleswig-Holstein kann das nur Recht sein. In Kiel lautet die Devise „Unser Flughafen ist der Flughafen in Hamburg“.

Entwicklungsziele des Flughafen sorgen für mehr Belastungen

Der Flughafen Hamburg hat sein Entwicklungsziel für 2020 fest im Blick und die Betroffenen konnten im Februar einen ersten Vorgeschmack auf das was kommt verspüren. 20 Mio Passagiere bei mehr als 200.000 Flugbewegungen im Jahr 2020, werden den Luftraum in Hamburg und Umland erbeben lassen. Tonnen von CO2 und Feinstäuben werden sich schwer in den Naturschutzgebieten, den Grünen Lungen der Stadt und in den Wohngebieten mit Balkons und Gärten ablegen. Erholung und Nachtruhe werden dauerhaft gestört. Die gesundheitlichen Beeinträchtigungen und Ausfälle werden steigen und einen volkswirtschaftlichen Schaden verursachen, der sich umgekehrt in den Bilanzen der privatwirtschaftlichen Flughafen GmbH und den Erfolgsvergütungen derer Manager zu höchsten Gewinnen aufstapelt. Die Hamburger Politik und die Aufsichts- und Kontrollbehörden verhalten sich tatenlos und berufen sich auf Pläne und Runde Tische, die seit mehr als zwei Jahren keine Wirkung entfalten. 

Senat setzt beim Fluglärmschutz auf den falschen Gaul

"Die Belastungen der Bevölkerung durch den Luftverkehr in Hamburg und Umland werden konsequent mehr und der Hamburger Senat treibt diese Entwicklung bewusst voran. Hamburg ist mit seinen engen Stadtgrenzen ungeeignet als Luftverkehrsstandort dieses Ausmaßes. Der Senat kann nicht die Augen vor den Umweltbelastungen durch Lärm und Flugdreck und die völlig ungeklärten Sicherheitsaspekte für den Fall einer Flugzeugkatastrophe verschliessen. Wir fordern den Senat auf nun endlich zu handeln und den Kopf aus dem Fuhlsbütteler Sand zu ziehen. Hamburg muss sich jetzt den Problemen des Luftverkehr stellen“, fordert Mosel.

Den vollständigen Fluglärmbericht für Februar 2016 finden Sie HIER.
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