Liebesgrüße aus dem Kalten Krieg

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Alexander Lipski in der Sonderausstellung „Geheime Kommunikation“ Foto: Junghans
Quickborn: Im Sand 12 |

Alexander Lipski betreibt in Quickborn mit dem Museum Luftschutzwarnamt I ein einzigartiges Museum

Von Anja Junghans-Demtröder
Quickborn
„Achtung! Achtung! Der Luftschutzwarndienst gibt bekannt: Luftalarm für Schleswig Holstein. Suchen Sie sofort einen Schutzraum, einen Keller oder eine behelfsmäßige Deckung auf", ertönt es aus dem Lautsprecher. Kein Liebesgruß aus Moskau, aber ein Relikt des Kalten Krieges. Denn es ist eine alte Warnstellendurchsage aus den 1950er-Jahren, die Besucher hier empfängt. Der Quickborner Alexander Lipski betreibt in seiner Heimatstadt ein außergewöhnliches Museum, das die Erinnerung an die Zeit des Kalten Krieges wachhält. Das Museum Luftschutzwarnamt I wurde 1998 gegründet, um eine Dokumentationsstätte zu schaffen, die dem Erhalt der über 40 Jahre währenden Historie des Konfliktes zwischen den Siegermächten dient.

Vor der Verschrottung gerettet

Das vierstöckige Warnamts-Bauwerk war von 1963 bis 1998 in einem unterirdischen Bunker in Hohenwestedt untergebracht und zuständig für die Warnung der zivilen Bevölkerung vor Luft-und ABC Angriffen. „Das war schon eine vorwiegend militärische Aufgabe, obwohl die Dienststelle selber dem Bundesinnenministerium unterstand“, erzählt Lipski, der dort seinen Wehrersatzdienst ableistete. Als die LS-Warnämter aufgelöst wurden, gelang es dem selbstständigen Apotheker, den größten Teil der einsatztaktischen und fernmeldetechnischen Ausstattung vor der Verschrottung zu bewahren.

Funktionsfähige Geräte

„Wir zeigen originalgetreue, vollfunktionsfähige Sirenenauslöseeinrichtungen, Fernschreib- und Fernsprechgeräte und Arbeitsabläufe, die damals zur Anwendung kamen", sagt der Museumsinhaber. Während der rund zwei Stunden dauernden Führung lässt der Museumschef die Luftschutzsirene ertönen, an die sich gerade ältere Menschen zurückerinnern. Das Museum unterhält ein Filmarchiv mit über 600 verschiedenen Filmtiteln zur Thematik des Kalten Krieges. „Ich konnte die komplette Lehrfilmsammlung und auch einen großen Teil des Aktenbestandes übernehmen“, sagt Lipski, der außerdem noch eine Sonderausstellung „Geheime Kommunikation im Kalten Krieg“ vorhält.

Geheime Kommunikation: Museum Luftschutzwarnamt I, Im Sand 12, Quickborn. Die Ausstellung ist bis Ende Mai zu sehen. Für eine Besichtigung ist vorherige Anmeldung unter Telefon 04106/820 57 (Museum) oder Telefon 04122/416 47 erforderlich
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