Friedhofsplauderei

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Am Grab in Ohlsdorf-Bramfeld angekommen kam mir gerade ein älterer Mann entgegen und ich bat um seine Meinung, ob einige der Pflanzenstengel, die kurz vor der Blüte stehen, geschnitten sind. Nein, meinte er, das können Hasen gewesen sein und er erzählte, auch an seinem Grab fehlten Pflanzen und er hat schon eine Anzeige gemacht und auch mit der Friedhofsverwaltung gesprochen. Er führte mich zu seinem Grab, was sich in der Nachbarschaft befindet. Das Grab hat eine höhere Umrandung, sodass die Tiere klettern oder springen müssen, um an die Pflanzen zu kommen. Der Friedhofspark ist so groß, da finden sich auch viele Tiere, erklärte er mir.

Nachdem ich auf der Bank meine Zeitung gelesen hatte und gerade gehen wollte, traf ich meine Friedhofsfreundin, deren Grab ebenfalls in der Nachbarschaft ist. Wir diskutierten ausführlich den Verbiß. "Nein" sagte sie, "das ist geschnitten, denn auch die Randbepflanzung war an 3 Seiten gekappt. An der Steinseite jedoch nicht. "Sind Sie sicher", hakte ich nach. "Ganz sicher" sagte die 10 Jahre ältere Frau, die auch mit dem Fahrrad gekommen ist. "Haben Sie schon mal jemand anders an meinem Grab gesehen" fragte ich sie. "Nein, immer nur Sie". "Kommen Sie", sagte sie und führte mich zu ihrem Grab und ich sah vor dem Grab eine Kuhle, von Hasen geschaufelt.
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1 Kommentar
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Elke Noack aus Rahlstedt | 16.07.2015 | 08:32  
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