Initiative gegen S4-Ausbau macht Front

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Die Bahnstrecke Hamburg - Lübeck Foto: fbt
Hamburg: Oldenfelder Straße 2a |

Entlang der Bahnstrecke Hamburg-Lübeck sollen mehr Kampfmittel vergraben sein, als bislang gedacht

Wandsbek Was hätte es für Konsequenzen, wenn die Bahnstrecke Hamburg-Lübeck weit mehr Bomben aus dem Zweiten Weltkrieg im Untergrund hätte, als bislang angenommen? Derzeit wird dort die S4 nach Bad Oldesloe geplant, außerdem werden, wenn die feste Querung über den Fehmarnbelt fertig sein wird, mehr Güterzüge unterwegs sein. Jedenfalls schlägt eine Bürgerinitiative an der Bahnstrecke Hamburg-Lübeck e.V. Alarm. Die Deutsche Bahn ihrerseits versichert, dass sie sich an Recht und Gesetz halten werde. Für fast alle Grundstücke, die Mitgliedern der Bürgerinitiative gehören, soll ein so genannter Kampfmittelverdacht bestehen. Wie die Bürgerinitiativemitteilt, ist die Bahnstrecke seit Mai 1940 und besonders zum Kriegsende gezielt bombardiert worden. Auch heute noch könnten solche Kampfmittel explodieren, schreibt die Bürgerinitiative.

Kampfmittelsondierung gefordert

Kampfmittelverdachtsflächen würden als Baulast ins Grundbuch eingetragen – dies habe „gravierende Auswirkungen auf den Wert des Grundstücks“. Auf einer Fläche, die einem Initiativenmitglied gehöre, bestehe ein solcher Kampfmittelverdacht, das Eisenbahnbundesamt (EBA) bestehe darauf, hier mit einer Rammsonde eine Sondierung vorzunehmen. Hintergrund solcher Bohrungen sind die von der Deutschen Bahn (DB) vorangetriebenen Planungen für die neue S4 nach Bad Oldesloe. Die BI fährt schwere Geschütze auf. Sollten alle 1.800 Bohrungen entlang der Strecke ohne Kampfmittelsondierung erfolgen, wäre der „Straftatbestand der groben Fahrlässigkeit durch Unterlassung“ erfüllt; man prüfe derzeit, ob der Staatsanwalt eingeschaltet werden müsse.

Lärmschutzwände geplant

Wie berichtet, sollen im Zuge der S-Bahnarbeiten Lärmschutzwände errichtet werden (das Wochenblatt berichtete). Die Bürgerinitiative nimmt an, dass die Rohrgründungen dieser Lärmschutzwände die Erschütterungen des künftigen Güterverkehrs als Körperschall durch den Boden übertragen und dadurch Bomben im Erdreich zur Explosion gebracht werden können. Die Deutsche Bahn kommentiert die Aussagen knapp: „Die DB Netz AG wisse um die Bedeutung der Kampfmittelsondierung und halte sich an bestehende Gesetze und Vorschriften“, so das Unternehmen. Die einzuleitenden Maßnahmen würden fortlaufend mit zuständigen Behörden, wie der Feuerwehr Hamburg, abgestimmt und ausschließlich anerkannte und zertifizierte Unternehmen mit der verantwortungsvollen Aufgabe betraut. (fbt)

Weitere Infos: Bürgerinitiative an der Bahnstrecke Hamburg-Lübeck e.V.

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