Schwere Zeiten für Literaturübersetzer

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(Foto: www.hamburg-fotos-bilder.de / pixelio.de)
In Zeiten der Globalisierung werden Menschen, die viele Sprachen sprechen und verstehen, immer wichtiger. Für all diejenigen, die eine Sprache vielleicht nur oberflächlich oder aber gar nicht können, darf der Stoff, der in dieser jeweiligen Fremdsprache geschrieben oder gesprochen wird, aber nicht verschlossen bleiben. Und aus diesem Grund gibt es Übersetzer. In der heutigen Zeit werden Fachübersetzungen immer bedeutsamer, denn Verbindungen zwischen internationalen Firmen machen die Globalisierung schließlich zu einem Großteil aus. Handelspartner und Vereinigungen, die über die Grenzen eines Sprachraums hinausgehen, wollen schließlich verstehen, was der andere ihnen zu sagen hat. Viele Übersetzungsbüros haben sich mittlerweile auf Übersetzungen in den Bereichen Wirtschaft, Technik, Medizin oder Recht spezialisiert. Egal ob ein Übersetzungsbüro in Hamburg oder an anderen Standorten in Deutschland liegt, es werden überall Fachleute für die Übersetzung von Verträgen, Anleitungen oder Websites gesucht.

Doch nicht nur technische oder medizinische Übersetzer machen das Berufsbild aus. Schließlich gibt es da noch ein Fachgebiet, auf dem die Übersetzungen besonders schwierig sein können, dafür aber auch am geringsten entlohnt werden. Die Rede ist von dem Bereich der literarischen Übersetzungen. Die Zahl der Übersetzer, die für das Übertragen von Literaturwerken in eine andere Sprache verantwortlich sind, schwindet stetig. Gerade in den letzten Jahren ist der Nachwuchs deutlich zurückgegangen. Woran dies liegt, können sich Insider nicht erklären, denn es ist nicht etwa so, dass die Honorare zuvor besser gewesen wären. Vielmehr ist anzunehmen, dass sich die jungen Leute, die den Beruf des Übersetzers erlernen, nicht mehr einsehen, so extrem wenig zu verdienen, wenn sie etwas übersetzen, wofür ein Verlag dann aber schließlich viel Geld einkassiert, gerade wenn es sich im Ausland bereits um einen Bestseller handelt.

Der Verband deutscher Übersetzer (VdÜ) zeigt in einer Studie die Situation auf dem Übersetzermarkt genau auf. Danach sind nur 8,4 Prozent der literarischen Übersetzer jünger als 35. Die meisten befinden sich in einem Alter zwischen 35 und 65. Die Ausbeutung der Verlage auf diesem Gebiet ist tatsächlich unschön, denn ein freiberuflicher literarischer Übersetzer, der nicht gerade Harry Potter oder andere Kassenschlager in die Finger kriegt, muss mit einem Nettogehalt von 1000 Euro im Monat leben. Hinzu kommt, dass man sich um die Krankenversicherung als selbstständiger Übersetzer selber kümmern muss. Will man mal in den Urlaub fahren oder fällt aus Krankheitsgründen aus, dann verdient man in dieser Zeit eben einfach kein Geld. Das fällt schon stark ins Gewicht, wenn man nur im Bereich der Literatur sein Geld verdienen möchte. Wer ein Studium der Literaturübersetzung hinter sich hat, arbeitet deshalb nur noch selten in diesem Beruf und schult lieber auf technische oder Wirtschaftsübersetzungen um, denn in diesem Bereich lässt sich schon etwas mehr Geld machen. Wer dann in Zukunft aber die Romane übersetzen soll, bleibt fraglich.
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