Geld fürs Theater

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Über diese Eingangstreppen schritten in der Spielzeit 2016/17 rund 70.000 Gäste Foto: Hamburger Kammerspiele
 
Nicole Heesters spielt Jesus´ Mutter Maria in „Marias Testament“ Foto: Hamburger Kammerspiele
Hamburg: Hartungstraße 9-11 |

Hamburger Kulturbehörde erhöht Förderung für die Kammerspiele

Von Christian Hanke
Rotherbaum
Stabile Publikumsresonanz bei den Hamburger Kammerspielen. In der Spielzeit 2016/17 waren die Plätze in dem Privattheater an der Hartungstraße wieder zu über 70 Prozent belegt. Rund 70.000 Gäste besuchten die Kammerspiele. Eine bessere Subventionierung des Theaters ist aber „dringend notwendig“, so Intendant Axel Schneider. Gut, dass das Theater ab 2017/18 mit 1.275.000 Euro von der Kulturbehörde gefördert wird, mit rund 335.000 Euro mehr als bisher. Angesichts der dramatischen Ereignisse der letzten Monate in der Welt hat Schneider zwei grundsätzlich verschiedene Reaktionen von Gästen in den Kammerspielen beobachtet. Die eine Gruppe bevorzugt Unterhaltung pur, um sich vom Weltgeschehen ablenken zu lassen, und die andere diskutiert umgekehrt besonders intensiv nach den Vorstellungen. Beide Gruppen möchte Schneider auch in Zukunft erreichen und hat daher zusammen mit Dramaturgin Anja Del Caro für die nächste Spielzeit ein gemischtes Programm aus leichter und nachdenklicher Theaterkost zusammengestellt.

Urauffführung im September

Nach einer musikalischen „Tour de Farce“ im Sommer mit Tim Grobe und Caroline Kiesewetter (Premiere 30. Juli), die fünf Männer beziehungsweise Frauen spielen, wird am 26. September ein „Hamburg-Musical für die ganze Familie“ uraufgeführt: „Historicus“, eine Zeitreise quer durch die Hamburger Geschichte nach dem gleichnamigen Kinder- und Jugendbuch von Irene Haarmeyer. Franz-Joseph Dieken, der auch die Bühnenfassung erarbeitete, inszeniert. Historicus düst mit zwei Hamburger Kindern in einer Zeitmaschine unter anderem zur Hammaburg, in die Zeit der Hanse und zu Pirat Klaus Störtebecker. Ein neues Stück des Erfolgsautors Philipp Löhle (geb. 1976) erlebt am 1. Oktober seine deutsche Erstaufführung: „Schlaraffenland“. Der Sohn einer intakten Familie bricht aus dem „Schlaraffenland“ des westlichen Wohlstands aus und alle wundern sich, warum. Die Hauptrolle spielt Jacob Matschenz, der kürzlich in Marc Rothemunds Film „Mein Blind Date mit dem Leben“ an der Seite von Kostja Ullmann glänzte.

„Vincent will Meer“ im Januar 2018

Am 24. Januar 2018 hat die Theaterversion des preisgekrönten Films „Vincent will Meer“ Premiere. Ein junger Mann mit dem Tourette-Syndrom, Sohn eines aufstrebenden Lokalpolitikers, will zusammen mit zwei ebenfalls psychisch angeschlagenen Menschen die Asche seiner Mutter ans Meer bringen, so wie sie es wollte. Ab 25. Februar ist Nicole Heesters in „Marias Testament“ von Colin Tobín zu sehen, einem brisanten Stück über Jesus´ Mutter Maria, die ihre ganz eigene persönliche Sichtweise zu ihrem Sohn kundtut. Die Saison wird mit einem neuen Stück von Eric Assous („Unsere Frauen“) abgeschlossen. „Der glückliche Auserwählte“, einem Beziehungsstück um zwei Paare und einen Mann, die an einem Abend alle zusammentreffen und viel mehr miteinander gemein haben als gedacht. Für ein besonderes Highlight sorgt ab November Jens Wawrczeck, der achtmal zur Hitchcock-Lesung „Hitch und Ich“ einlädt. Der auf vielen Hamburger Bühnen aktive Schauspieler und Hörspiel-Star aus „Die drei ???“ liest aus den Vorlagen zu Hitchcocks Filmen, unter anderen für „Das Fenster zum Hof“, „Eine Dame verschwindet“ und „Vertigo“. Außerdem werden Erfolgsproduktionen der vergangenen Jahre wie „Der Ghetto-Swinger“, „Wir lieben und wir wissen nichts“, „Freundschaft“ von und mit Gilt Cremer und „Place of Birth: Bergen-Belsen“ wiederaufgenommen.

Weitere Infos und Tickets: Hamburger Kammerspiele
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