Charakterkopf Picasso

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Picasso und die Frauen: Der Fotograf und Filmregisseur Man Ray (1890-1976) lichete Picasso in den 1930er Jahren mit Yvonne Zeros und einer anderen Frau ab.Foto: Man Ray

Ausstellung im Museum für Kunst und Gewerbe

St. Georg. Er war einer der berühmtesten Maler seiner Zeit - und im wahrsten Sinne des Wortes ein markanter Kopf.

Nicht nur die Bilder von Pablo Picasso (1881-1973) sind weltbekannt. Auch seine Gestalt hat sich eingeprägt. Nicht zuletzt, weil Picasso ein Selbstdarsteller war, sich nur allzu gern fotografieren ließ. Fotos von Picasso, seinem Leben und seinen Ateliers zeigt das Museum für Kunst und Gewerbe bis zum 21. Oktober in der Ausstellung „Ichundichundich. Picasso im Fotoporträt“, einer Sammlung, die das Museum Ludwig in Köln dem Museum für Kunst und Gewerbe leihweise zur Verfügung gestellt hat, ergänzt durch Werke aus über 30 Museen und Archiven. Leihgaben Rund 250 Fotoporträts von 34 Fotografinnen und Fotografen sind zu sehen. Drei Geschichten werden dabei erzählt: 1. Picassos Leben, die Orte, die Menschen, die ihm etwas bedeuteten, 2. die Strategien der Inszenierung seiner selbst und 3. die Geschichte der Fotografen, die ihn ablichteten. Picasso und seine Fotografinnen und Fotografen - das war ein ewiger Kampf: wer gewinnt, der Porträtschaffende oder der Porträtierte? Picasso stellte sich gern dar, engagierte selbst die besten Fotokünstler der Welt, die aber auch ihre eigenen Ideen von Picasso-Fotos hatten. Fotos von Picasso - das ist fast immer Show und Inszenierung. Picasso mit verschiedenen Hüten, mit Handtuch in Torrero-Pose, als Popeye, mit Indianerschmuck oder mit Revolver und Hut, die Gary Cooper ihm schenkte.
Auch die Fotos mit Freunden und in seinen Ateliers sind großartige Inszenierungen. Ganz selten haben die Fotokünstler den großen Maler aus Malaga ´mal unbeobachtet erwischt. Die Ateliers nehmen einen großen Raum in der Ausstellung ein, Selbstporträts auch ohne Picasso. Seine Dinge erzählen von ihm.
In einem anderen Raum stehen Hand und Auge des Künstlers im Mittelpunkt. Sie gelten in der Kunstgeschichte als Stellvertreter des Künstlers, verkörpern das Sehen und das Malen.
Wissen wir nun, wer Pablo Picasso war? Kaum, die vielen Fotos zeigen eher, wie er sich gesehen haben wollte. Das aber ist äußerst sehenswert und unterhaltend. (ch)
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