De lütte Horrorladen

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Kurzkritik von
Christian Hanke
St. Georg. Amerikanisches Musical auf Plattdeutsch? Geht das? Im Ohnsorg Theater geht mittlerweile alles. Die niederdeutsche Bühne konzentriert sich schon lange nicht mehr auf plattdütsche Komödien, sondern holt die ganze Weltliteratur ins norddeutsche Milieu. Nun auch das Kultmusical „Little Shop of Horrors“, Verzeihung „De lütte Horrorladen“, wie das Stück von Howard Ashman (Texte) und Alan Menken (Musik) in der Übersetzung von Hartmut Cyriacks und Peter Nissen heißt, die die gruselige Geschichte um eine immer gefräßiger werdende fleischfressende Pflanze zauberhaft komisch in die norddeutsche Ursprache übertragen haben. Ein richtiger Volltreffer wird´s, weil die Ohnsorg Schauspieler in der einfallsreichen Regie von Anatol Preissler nicht nur wie gewohnt spielerisch, sondern auch
musikalisch und tänzerisch glänzen können. Allein die drei Mädels Tanja Bahrami, Sandra Keck und Silke Muriel Fischer mit ihren bestens choreografierten
Musik- und Tanzeinlagen sind das Eintrittsgeld schon wert. Aus dem Tic-Tac-Toe-Hit „Ich find dich Scheiße“ wird zum Beispiel „Dat is doch Schietdreck“.
Wunderbar auch Oskar Ketelhut, der als böser Zahnarzt wieder mal sein unglaubliches schauspieler-isches Potenzial zeigt, und Erkki Hopf in der Rolle des schüchternen Helden Simon, der den schlecht laufenden Blumenladen seines Chefs Muschnik mit einer fleischfressenden Pflanze berühmt macht, die er nach seiner heimliche Liebe, seiner Kollegin Ortrud, „Ortrud Twee“ nennt.

Dieser neue Hit des Ohnsorg Theaters ist noch bis zum Sonntag, 8. Juli, am Heidi-Kabel-Platz 1 zu bewundern.
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