Eine Tragödie um Liebe, Intrigen und Eifersucht

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Nadezhda Karyazina, Svetlana Aksenova Foto: Hans Jörg Michel

Otello an der Staatsoper gefeiert

Hamburg.(fdk) Der spanische Regisseur Calixto Bieito zeigt ein Stück über Gewalt, Brutalität, Eifersucht und Kaltherzigkeit. Die Szene ist auf eine kalte Hafenanlage verlegt. Ein alles überragender, in Eifersucht-Gelb gestrichener Kran bestimmt die Bühne. Unterdrückte Massen hinter Stacheldraht flehen durstend um Hilfe. Doch die „Bessere Gesellschaft“, allen voran Otello, Jago, Rodrigo, Cassio, Montano, reagiert nicht, übergießt die Flehenden zynisch mit Champagner. Unterdrückung ist gesellschaftsfähig geworden. Otello hat in seinem Leben viel leiden müssen. Jetzt hat er die Macht zurückzuzahlen. Wie zum Zeichen seiner Kaltblütigkeit wird kurzerhand einer gehenkt und baumelt nach dem Todeskampf bis zum Ende des Aktes am Kran. Schwer erträglich, diese Menschenverachtung, Brutalität und Willkür mit anzusehen.


Aber Otello ist angezählt. Einsamkeit und Eifersucht setzen ihm schwer zu. Er glaubt sich betrogen von seiner Frau und bemerkt dabei die Wahrheit über diesen vermeintlichen Betrug nicht. Ohne Skrupel geht er gegen seine Frau und deren angeblichen Liebhaber vor. Getrieben von Jagos Intrigen beschließt er deren Tod. Er als er die wahren Gründe erfährt, zeigt er so etwas wie Reue. Vollkommen einsam und isoliert, stirbt er auf dem höchsten Ausleger des Krans an einem Herzinfarkt. Hervorragende Leistung des gesamten Ensembles: Paolo Carignani gelingt es dem Philharmonischen Staatsorchester die nötige Dramatik zu entlocken. Brutal und intrigenreich die Interpretation des Jago durch Claudio Sgura, schmerzvoll, leidend, aber auch brutal der Otello, beeindruckend gesungen von Claudio Sgura. Svetlana Aksenova debütierte in der Staatsoper Hamburg als Desdemona und wird zu Recht vom Publikum gefeiert.

Weitere Vorstellungen Sonnabend, 14.01.2017, Dienstag, 17.01.2017, Freitag 20.01.2017, Mittwoch, 25.01.2017, Dienstag 07.02.2017, jeweils 19 Uhr. Karten unter www.staatsoper-hamburg.de oder 040-35 68 68.
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