Fernsehabend

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Mit „Hör Zu“, Käsewürfel und raffiniertem Zigarettenbehälter gestalten Peter (Vico Malente), Egon (Peter Malente), Renate (Melanie Stahlkopf) und Ingrid (Nicole Seeger) ihren Fernsehabend. Kleines Foto: Der Fernseher ist die Bühne: So war´s in den 1960er Jahren (Vico Malente und Melanie Stahlkopf)Fotos: Stefan Pflug/pi

Sommergastspiel im Ohnsorg Theater

St. Georg. Fernsehabend bei Renate und Egon. Ingrid und Peter kommen zu Besuch... Die Bühne des Ohnsorg Theaters wird von einem übergroßen Fernseher, Marke Braun, dominiert. Wir
schreiben die frühen 1960er Jahre. Egon trägt beigefarben-karrierten Pullover, glatt gescheitelte Haare und Brille, Renate eine schlecht sitzende Bienenkorbfrisur. Das ist der zünftige Rahmen für die Schlagerrevue „Mit 17 hat man noch Träume“ über die 1960er Jahre von Vico und Peter Malente („Familie Malente“), die bis 10. August im Ohnsorg Theater, Heidi-Kabel-Platz 1, zu sehen ist. Die Familie Malente serviert live, vom TV-Apparat umrahmt, im köstlichen Glitzerzwirn die Schlager der Zeit: „Ganz Paris träumt von der Liebe“, „Tipitipitipso“, „Wo meine Sonne scheint“. Peter und Vico Malente und ihre Kolleginnen Melanie Stahlkopf, Nicole Seeger und Christina Schulz legen eine perfekte Show hin, sind wenige Minute später schon wieder Renate, Egon, Ingrid und Peter. Im fliegenden Kostümwechsel geht´s in immer neuen Bildern durch die 1960er. Rauchschwaden kündigen zwei Kriminalisten an, die einem Halstuchmörder auf der Spur sind. Edgar Wallace meldet sich gar persönlich am guten alten schwarzen Telefon. In Vico Torrianis Hotel Viktoria gewinnt Ingrid ein Ponyreiten mit Winnetou-Pierre Brice. Neben Liedgut der 1960er gibt Familie Malente so manche Einblicke in Sitten, Gewohnheiten und Mobiliar der Zeit. Immer gewürzt mit der TV-Werbung dieser Jahre, die das eher ältere Publikum sogar spontan im Chor ergänzt. Da gelingen dem Ensemble einige köstlich satirische Szenen, wenn beispielsweise die Ariel-Frau, der Omo-Mann und der Weiße Riese gleichzeitig auf der Bühne erscheinen. Leicht und fein überzogen sind sie ohnehin, die Auftritte der Familie Malente, ohne die Schlager zu karikieren. Nur manchmal dominiert der allzu platte Humor. Aber da die fünf ihr Handwerk verstehen und das Musik-Angebot gar nicht enden will, wird´s ein reichhaltiger Abend. (ch)
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