Gestutzter Holländer

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Der Freund (Edward Cotton) versucht Senta (Tammi Huber) von ihrem Seefahrertraum abzubringen Foto: Opernloft

Gelungene Inszenierung im Opernloft

City. „Der fliegende Holländer“ ist eine von Richard Wagners kürzeren Opern, so zwischen zwei und zweieinhalb Stunden Dauer. Im Opernloft ist das Ende wie immer nach 90 Minuten erreicht. Diese Länge ist in dem kleinen, unkonventionellen Opernhaus das Maß aller Vorstellungen, unabhängig davon, wie lang die Originale sind. Die erfrischende Inszenierung von Sebastian Ritschel braucht nur drei Sängerinnen und Sänger, einen Tisch, einige, teilweise abgeschrägte Stühle, das Modell eines Segelschiffs und Videoeinspielungen, um die Grundkonflikte von Wagners „Fliegendem Holländer“ auf die Bühne zu bringen.
Alles dreht sich hier um Senta, die für den unheimlichen Holländer schwärmt, einen Kapitän, der im Original dazu verdammt ist, ruhelos über die Weltmeere zu fahren, bis ihn eine wirklich treue Frau erlöst. Ihr Vater, ihre Amme und ihr Verlobter, den sie mit ihren Schwärmereien düpiert, verschmelzen im Opernloft zu der Figur des Freundes, der Senta vor ihrem Traum warnt, sie schützen, behüten will. Schließlich engagiert er den Holländer, um Senta aus ihrem Traum zu reißen. Der gute Mann fängt erst Feuer, ist dann aber völlig überfordert mit Sentas Sehnsüchten, kann ihnen nicht ga Tammi Huber (Senta) mit ganz großer Stimme, Edwin Cotton (Freund), der auch mit eingeflochtenen Seemannsschlagern überzeugend für Komik und Leichtigkeit sorgt, und Konstantin Anikin (als biederer Holländer) zeigen starke Leistungen. Da passt alles zusammen. Wieder einmal ein richtiger Hit im Opernloft, das immer für eine Überraschung gut ist. (ch)

Nächste Vorstellung: 14. Dezember um 20 Uhr Opernloft, Fuhlentwiete 7, Tel.: 25 49 10 40, opernloft
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