„Ich liebe Hamburg“

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Die Fichte-Preis-Trägerin Tina Uebel reist viel, wenn sie nicht gerade schreibt. Foto: Grell

Tina Uebel erhielt den Fichte-Preis für ihr Gesamtwerk

Von Karen Grell
Uhlenhorst. Die Schriftstellerin Tina Uebel hat den Hubert-Fichte-Preis erhalten, der mit 7.500 Euro dotierte ist und von der Stadt Hamburg seit 1995 alle vier Jahre im Gedenken an den Schriftsteller Hubert Fichte verliehen wird. Die Autorin nahm den Preis im Literaturhaus entgegen. Die bisherigen Preisträger sind Ginka Steinwachs, Brigitte Kronauer, Peer Hultberg, Frank Schulz und Karen Duve.
Jurymitglieder waren für das Jahr 2012: Dr. Antje Flemming, Literatur- und Medienwissenschaftlerin, die Journalistin Barbara Heine, Dr. Werner Irro als Lektor, Wend Kässens, der Literaturkritiker, Lektor, Redakteur und Buchhändler Stephan Samtleben. Tina Uebel erhielt den Preis für ihr Gesamtwerk und aufgrund ihrer Verbundenheit mit Hamburg. In einem Interview mit dem WochenBlatt erzählt sie über sich.

Hamburger Wochenblatt: Frau Uebel, Sie haben den Hubert-Fichte-Preis erhalten, was ist das für ein Gefühl?
Tina Uebel: Ein ganz tolles. Ich sehe es vor Allem als Anerkennung für meine Arbeit. Außerdem liebe ich Hamburg und somit ist es auch eine Anerkennung für meine Stadt. Das Preisgeld, das werde ich gut anlegen, das geht für meine Reisen weg. Auch Fichte war ja ein großer Reisender. Insgesamt übersteigt der ideelle Wert auf jedem Fall den finanziellen.

Hamburger Wochenblatt: Wie sind Sie eigentlich zum Schreiben gekommen?
Tina Uebel: Ich wusste schon immer, dass ich schreiben wollte. Über mein Studium der Illustration bin ich dann ans kreative Schreiben geraten. Zeichnen konnte ich irgendwie gar nicht (lacht). Mein erstes Buch entstand 1992, dann hab ich den eigenen Verlag gegründet, viele literarische Veranstaltungen ins Leben gerufen und den Poetry Slam gegründet.

Hamburger Wochenblatt: Ihre zweite Leidenschaft gilt dem Reisen. Wie verbinden sie das?
Tina Uebel: Mein neustes Buch „Nordwestpassage für 13 Arglose und einen Joghurt“ ist praktisch ein Reisebericht. Schreiben über das Reisen ist allerdings viel schwieriger als einen Roman zu verfassen.
Ich mache auch die Fotos unterwegs und dann biete ich Reportagen an. So kann ich gleichzeitig die Reisen finanzieren. Menschen, die nicht gern reisen, die kann ich nicht verstehen. Bei mir ist das Fernweh immer präsent. Allerdings komme ich auch immer wieder gern nach St. Pauli zurück. Hier fühle ich mich zuhause und als ich einmal sechs Monate in der Karibik hängengeblieben bin und die Bänder immer dünner wurden, da wusste ich, dass es Zeit war zurückzukehren.

Hamburger Wochenblatt: Was interessiert sie am meisten, wenn Sie unterwegs sind?
Tina Uebel: Im Mittelpunkt stehen bei meinen Beobachtungen auf jeden Fall die Menschen. Ich schreibe immer Reisetagebuch und befasse mich mit der Wirklichkeit und dem Sinn der Dinge. Übrigens scheint das Reisen bei mir genetisch veranlagt zu sein. Schon als Kind hatten meine Barbiepuppen einen Jeep, um unterwegs sein zu können. Und natürlich eine Kletterausrüstung.

Hamburger Wochenblatt: Was macht Hamburg so interessant für Sie?
Tina Uebel: Ich liebe Hamburg und könnte mir auch nur vorstellen auf St. Pauli zu leben. Ich wohne direkt auf der Reeperbahn und überhaupt kann ich mir keine Stadt ohne Hafen vorstellen.

Was machen die in Berlin bloß, so ohne einen Fluss vor der Tür?
Wenn ich nicht in Hamburg bin, dann reise ich gerade irgendwo durch die Welt oder bin in einem kleinen Dorf in Österreich, wo ich mich auch gern zum Schreiben zurückziehe.

Hamburger Wochenblatt: Wie sehen ihre aktuellen Pläne aus?
Tina Uebel: Es geht bald wieder los mit dem Schiff, darauf freue ich mich schon besonders. Dann wird jetzt mein neues Buch erscheinen und die Literaturveranstaltungen gehen auch weiter. Eigentlich ist alles perfekt so.
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