Kunstthema Handel und Migration

Anzeige
Die Tetra-Pak-Kartons mit Kakao aus der Bodenskulptur von Thomas Rentmeister thematisieren kunstvoll die Warenströme Foto: Hörmann
 
La Mer Morte von Kader Attia erinnert an gestrandete Flüchtlinge, die düstere Seite der Hoffnung nach Aufbruch in eine bessere Welt Foto: Hörmann

Ausstellung „Streamlines“ in den Deichtorhallen zu sehen

Von Stefanie Hörmann
City
Die großen Themen unserer Zeit – Welthandel und Migration – werden in den Deichtorhallen zu Kunst. Die Ausstellung „Streamlines“ zeigt 15 künstlerische Projekte, die sich mit dem globalen Transfer von Waren und Menschen auseinandersetzen. Ganz unterschiedlich beziehen Künstler wie Abdoulaye Konaté, Arin Rungjang oder Kader Attia und Ken Bugul Position, zeigen ihre Vision der Waren- oder Menschenströme. Ulrike Ottinger erinnert mit großen Kollagen auf Weltkarten an die koloniale Vergangenheit und zeigt Reisewege großer Forscher auf. Thomas Rentmeister verweist mit seiner Bodenskulptur „Cacao Milk“ aus 6.900 Tetra-Pak-Kartons auf die Wege des Kakaos, der in Afrika geerntet wird und ein globales Verteilungs- und Fertigungssystem durchläuft bis er schließlich als Milchgetränk auf unserem Tisch landet.

Verbindendes Glied


Das verbindende Glied der Arbeiten in der Ausstellung „Streamlines“ ist Hamburg als „Tor zur Welt“ mit seinem Hafen und seiner Geschichte. Kuratorin Koyo Kouoh hat sich in der zweijährigen Ausstellungsplanung intensiv mit dem Ausstellungsort Hamburg und mit den Deichtorhallen auseinandergesetzt. Sie fand Künstler aus aller Welt, von denen sich einige schon seit Jahren mit dem Welthandel und auch mit den Weltmeeren befassen. „Ozeane haben keine Grenzen, die Grenzen auf dem Wasser sind durchlässig“, sagt die Kuratorin. Und auch Deichtorhallen Intendant Dirk Luckow sieht bei den Künstlern „eine große Faszination für Ozeane“. Aber die Ausstellung will noch mehr: „Wir beziehen Position für eine gesellschaftskritische, engagierte Kunst, es geht um den globalen Transfer von Waren, von Menschen, es geht aber auch um Exil und Flucht“, sagt Dirk Luckow. Und tatsächlich geht es unter die Haut, wenn man die Installation „La Mer Morte“ von Kader Attia genauer ansieht: ein Meer aus getragenen und blau eingefärbten Kleidungsstücke wird zum Symbol für das Flüchtlingselend und die vielen Menschen, die ihr Leben auf der Flucht verloren haben. Die Bilder von überfüllten Booten aus den Medien sind sofort präsent. Deichtorhallen-Chef Dirk Luckow sieht in der Ausstellung „Streamlines. Ozeane, Welthandel und Migration“ einen gesellschaftspolitischen Beitrag der Kunstszene zu brandaktuellen Themen: „Die Ausstellung wird ein Meilenstein in der Geschichte der Deichtorhallen sein.“ Sie ist noch bis zum 13. März in der Halle für aktuelle Kunst zu sehen.

Noch bis 13. März, Dienstag bis Sonntag: 11 bis 18 Uhr, jeden 1. Donnerstag im Monat bis 21 Uhr, Deichtorhallen, Deichtorstraße 1-2, Eintritt: 10 Euro

Info: Jugendführungen und Kunstlabor
Spezielle Jugendführungen zur Ausstellung „Streamlines – Ozeane, Welthandel und Migration“ bieten die Deichtorhallen am 20.Februar 2016, um 14 Uhr.
Die Führung ist auf die Altersgruppe von 14 bis 18 Jahren zugeschnitten – genau wie das „Kunstlabor“ zu „Streamlines“. Das Projekt, bei dem die Jugendlichen selbst im Atelier der Deichtorhallen zu Künstlern werden, startet im Januar unter der Leitung von Sabine Flunker und André Lützen.
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige