Miró – Malerei als Poesie

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Joan Punyet Miró, der Enkel des Künstlers Miró, schreibt Bücher über seinen berühmten Großvater Foto: Hörmann

Bucerius Kunst Forum zeigt Werke des katalanischen Surrealisten

City Die Bibliothek von Joan Miró (1893 – 1983) war für seinen Enkel Joan Punyet Miró schon immer ein besonderer Ort, seine Großmutter, so erzählt er, war stets darauf bedacht, den Raum gut abzudunkeln, damit die spanische Sonne den Büchern nicht schaden konnte. Heute weiß der Kunsthistoriker, welchen Schatz die 1700 Bände der privaten Bibliothek seines Großvaters darstellen: Die Poesie war für Miró mehr als nur eine Inspirationsquelle, der beliebte spanische Künstler versuchte immer wieder, Literatur und Malerei zu verbinden. Das Bucerius Kunst Forum beleuchtet die intensive Beziehung Mirós zur Poesie in einer großen Ausstellung – ein Zugriff, der den durch seine Druckgrafik überall präsenten Miró dem Besucher von einer völlig neuen Seite zeigt. Neben etwa 50 Gemälden aus allen Schaffens-phasen zeigt die Schau am Rathausmarkt eine repräsentative Auswahl aus den über 250 von Miró gestalteten Künstlerbüchern. Besonders schön: Illustrationen Mirós zum „Sonnengesang“ von Franz von Assisi, ein religiöses Lobgedicht auf die Schöpfung aus dem 13. Jahrhundert. Für Miró drückte dieses Werk in besonderem Maße den Zusammenhang von Mensch und Kosmos aus. Für seinen Großvater gebe es keinen Unterschied zwischen Malerei und Poesie, sagt Enkel Joan. Der Kunsthistoriker hat mehrere Bücher über seinen Großvater veröffentlicht und war eigens zur Eröffnung angereist. (sh)

Ausstellung noch bis 25. Mai, Bucerius Kunst Forum, Rathausmarkt 2, Eintritt: 8 Euro, ermäßgt 5 Euro
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