Neue Erfahrung für die Sinne

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Foto: Henning Rogge

In der Erlebnisschau „Horizon Field Hamburg“ wird man Teil des Kunstwerkes

City. „Horizon Field Hamburg“ – die etwas andere Ausstellung, ein Erlebnis, das die Wahrnehmung des Gehens, Fühlens, Hörens und Sehens umorientieren und neu verbinden wird. Für alle, die noch nicht dagewesen sind, ein Muss. Noch bis zum 9. September sieht sich der Besucher beim Eintritt in die Nordhalle der Deichtorhallen mit einem 2.500 Quadratmeter großen und bis zu 19 Meter hohen, fast leeren Raum konfrontiert. „Ein wesentlicher Aspekt dieser Arbeit ist die Erfahrung des Raumes, der absolut klar sein muss. Ein leeres, sauberes Gebäude, wie eine Art Sporthalle für Geist und Körper“, so der britische Künstler Antony Gormley, Schaffer des Projekts.
In diesem offenen Raum lädt eine weite, schwarze, spiegelnde, schwebende Ebene siebeneinhalb Meter vom Erdboden entfernt zu neuen Erfahrungen ein. Die hängende, leicht schwingende Fläche nutzt die strukturellen Möglichkeiten und den architektonischen Kontext des über 100 Jahre alten Gebäudes der Deichtorhallen, um die Besucher in Zeit und Raum im gegenseitigen Miteinander neu zu orientieren. Der darunterliegende Raum befindet sich im Schatten, spärlich beleuchtet durch das einfallende Licht der Deckenfenster. Hier können sich die Besucher aufhalten und den Schritten und Stimmen der „unsichtbaren“ Personen über ihnen lauschen. Jede Tages- und Nachtzeit, jedes Geräusch und jede Lichtveränderung wird somit zu einem Teil des Kunstwerkes.
Vibration, Sound und Widerspiegelung bieten auf dem „Horizon Field Hamburg“ eine persönliche und kollektive Erfahrung. So kann das Projekt als ein waagerecht im Raum gespanntes Gemälde aufgefasst werden. Die Besucher werden zu Figuren auf einem frei schwebenden, nicht definierten Grund und gestalten das Schauspiel immer wieder neu. Der Besucher kommt somit in eine paradoxe Entscheidungssituation: er kann in der Unterwelt stehen bleiben oder in den Himmel emporsteigen. „Beide Szenarien versetzen das menschliche Subjekt in eine dynamische Gefahrensituation“, so Gormley.
„Horizon Field Hamburg“ ist die neuste Arbeit von Antony Gormley. Ein Projekt aus einer Serie, die mit der Partizipation der Besucher operiert. Bereits 2004 lud „One & Other“ 2.400 Menschen in London ein, auf einem leeren Sockel am Trafalgar Square die Haltung einer Statue anzunehmen und somit selbst Teil des Kunstwerkes zu werden. Der unmittelbare Vorgänger des Hamburger Projekts war „Horizon Field Vorarlber“. 100 lebensgroße, eiserne Körper, aufgestellt in der Natur, zogen die Betracher in ihr persönliches Wahrnehmungsfeld.
„Horizon Field Hamburg“ ist aber nicht nur ein Kunstprojekt, sondern auch eine technische Herausforderung. Internationale Ingenieure haben in Zusammenarbeit mit der Technischen Universität Hamburg-Harburg die statisch-konstruktive Konzeption erarbeitet. „Die Stahlkonstruktion >Horizon Field< wäre ohne die Idee des Künstlers, aber auch ohne die brilliante Ingenieurkunst nicht denkbar. Dadurch entsteht eine ungeahnte Wertschätzung zwischen Kunst und Technik“, so Dr. Thomas Klischan, Vorstand der Nordmetall-Stiftung, die das Projekt sowohl finanziell als auch ideell begleitet. (cs/pi)

Bis zum 9. September in der Nordhalle der Deichtorhallen zu erleben. Der Eintritt ist frei.
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