Pippi Langstrumpf im Ohnsorg

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Pippi Langstrumpf (Julia Hell) begeistert im Ohnsorg Theater. Foto: Maike Kollenrott
 
Zauberhaftes Spiel um Aschenputtel im EDT: Viola Heß, Tobias Büssow, Bruno Bachem, Isabella Golinski und Tascha Solis (v.l.). Foto: of

Weihnachtsmärchen: Kinder haben die Qual der Wahl

St. Georg/Uhlenhorst/Neustadt. Kinder haben derzeit wieder so viele Möglichkeiten ins Theater zu gehen, wie in keiner anderen Jahreszeit.
In den Wochen vor Weihnachten wird bekanntlich auf nahezu allen Theaterbühnen um die Gunst der kleinsten Gäste gebuhlt. Dabei stehen unverändert Märchen ganz hoch im Kurs, vorzugsweise die, die die Gebrüder Grimm zusammengesammelt haben. Aber auch neuere Kinderstoffe haben sich einen festen Platz im vorweihnachtlichen Bühnenkalender erobert. Aus dem großen Angebot seien daher zwei „richtige“ Weihnachtsmärchen, also welche von den Grimms, herausgegriffen, und eines der beliebtesten Kinderbücher: „Pippi Langstrumpf“. Das eigenwillige Mädchen wirbelt im Ohnsorg Theater die festgefügten Vorstellungen der Erwachsenen durcheinander. In der Villa Kunterbunt lebt sie allein mit einem Pferd und einem Affen. Ein unmöglicher Zustand in den Augen der Älteren. Doch alle Versuche der Waisenhausvorsitzenden und der Polizei, Pippi in ein Kinderheim zu stecken, scheitern an der Cleverness, dem Witz und auch der Stärke von Frl. Langstrumpf. Da hat selbst der starke Ringer im Zirkus keine Chance. Zur großen Freude von Pippis guten Freunden, den Nachbarskindern Annika und Tommy. Ohnsorg Schauspieler Oskar Ketelhut hat die berühmte Mädchen-Geschichte mit einem spielfreudigen Ensemble kunterbunt und ganz buchgerecht inszeniert.
bis 23.12.,
Ohnsorg Theater,
Heidi-Kabel-Platz 1,
Tel.: 35 08 03 21.


Große Spielfreude zeigt auch das Märchenensemble des Ernst-Deutsch-Theaters (EDT). Traditionsgemäß wird an der Mundsburg Grimm inszeniert. „Aschenputtel“ lässt Regisseur Hartmut Uhlemann mit Rahmenhandlung über die große EDT-Bühne gehen. Die Spielfiguren eines kleinen Mädchens erwachen in der Nacht zum Leben und spielen Märchen. Nussknacker, Harlekin, Teddy und Puppen übernehmen die Rollen der Grimmschen Geschichte, ihren eigenen Charakteren nicht unähnlich. Die Darsteller zeigen dabei ein bewegungsstarkes Spiel. Das arme Aschenputtel gewinnt in Uhlemanns Fassung an Stärke, zaubert sich selbst, unterstützt von den Tauben, die als fremdsprachige Handpuppen die Erwachsenen entzücken, ein schönes Kleid und eine Kutsche für den Ball des Prinzen. Nach dem Motto: du kannst etwas tun für dein Glück. Nicht märchenhaft, aber Ansporn für kleine Aschenputtels im Publikum.
bis 23.12.
im Ernst Deutsch Theater, Friedrich-Schütter-Platz 1,
Tel.: 22 70 14 20.

So auch Schneewitte im Kellertheater. Schon die Namensänderung zeigt: Schneewittchen ist erwachsen geworden. Und weiß sich in der Fassung des Märchens von Ingo Sax gegen den eher zerstreuten und nicht so regierungsfreudigen Vater durchzusetzen. Schwieriger ist das, wie bei Grimm, mit der Schwiegermutter, die keine Schönheiten neben sich duldet und Schneewitte deshalb nach dem Leben trachtet. Birgit Johannsen spielt sie mit großer Bühnenpräsenz als intrigante und machtversessene Herrscherin. Die sieben Zwerge mit sieben verschiedenen Macken sorgen für Schwung in einer Inszenierung, deren Dialoge auch die Erwachsenen ansprechen. (ch)
bis 23. Dezember.,
Kellertheater Hamburg,
Johannes-Brahms-Platz 1,
Tel.: 84 56 52.
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