Spielfreudige Inszenierung in der Neustadt

Anzeige
Das Ensemble greift zum Akkordeon, auch wenn einige „Instrumente“ nicht echt sind Foto: Brinkhoff/Mögenburg ORPHEUS Georg Philipp Telemann Musikalische Leitung - Volker Krafft LWOWSKI¥ KRONFOTH¥ MUSIKTHEATER KOLLEKTIV Inszenierung - Franziska Kronfoth Inszenierung - Julia Lwowski BŸhnenbild und KostŸme - Christina Schmitt Orpheus - Zak Kariithi Eurydice - Maria Chabounia Orasia - Gabriele Rossmanith Ismene - Daniel Todd Eurymedes/Echo/Geist - Alex Kim Cephisia/Ascalax - Marta ?widerska Pluto I - Stanis

Erfolgreiche Premiere für „Orpheus“ in der Opera stabile

Von Christian Hanke
Neustadt
Mit großer Spielfreude, in karnevalesker Üppigkeit feierte Georg Philipp Telemanns (1681-1767) Oper „Orpheus“ in der Opera stabile, der Zweitbühne der Staatsoper, unter Nutzung aller Räume eine begeistert aufgenommene Premiere. Zwei bärtige Herren in Schwarz schieben zu Beginn einen Wagen, auf der eine leblos erscheinende Dame liegt, durch das Foyer der kleinen Bühne. Eine andere Darstellerin schmettert schon die erste Arie. Das Publikum folgt dem Ensemble in den Bühnen- und Zuschauerraum, der fortan überall bespielt wird. Das Vorspiel der Orpheus-Inszenierung des Lwowski Kronforth Musiktheater Kollektivs gibt das Thema vor: Leben und Tod. Zwischen beiden Welten ist Orpheus unterwegs, der alle und alles betörende Sänger, um seine geliebte Eurydice, die an einem Schlangenbiss starb, dem Totenreich zu entreissen. Orpheus erweicht mit seinem Gesang sogar Pluto, den Herren der Unterwelt. Er gibt Eurydice unter der Bedingung frei, dass Orpheus sich auf dem Weg zurück ins Leben nicht nach seiner Geliebten umdreht. Doch kurz vor dem Ziel kann sich der Sänger nicht zurückhalten, dreht sich nach Eurydice um, die daraufhin für immer ins Totenreich zurücksinkt. Telemann, der Hamburg zur Opernmetropole seiner Zeit machte, hat den Orpheus Stoff um einen neuen Handlungsstrang angereichert und verschiedenste Musikstile in seiner Oper verarbeitet. „Orpheus“ wurde 1726 nicht weit von der Opera stabile in der Oper am Gänsemarkt, dem ersten bürgerlich-städtischen Theater im deutschen Sprachraum, bestand 1678 bis 1738, uraufgeführt.

Buntes Spektakel mit exzellentem Gesang


In der bunten spielfreudigen Inszenierung von Franziska Kronforth und Julia Lwowski folgen die beiden Regisseuren Telemannns Vielseitigkeit. Das Totenreich ist hier der Ort des Aufruhrs und des Aufbruchs aus verkrusteten Lebensgewohnheiten. Eurydice wagt den Aufstand. In Telemanns Oper wird sie von Königin Orasia getötet, die unsterblich in Orpheus verliebt ist. Auch wer sich mit dem mythischen Stoff und Telemanns Werk nicht auskennt, wird an dem buntem Spektakel und dem exzellenten Gesang, insbesondere von Zak Kariithi (Orpheus) und Maria Chabounia (Eurydice), seine Freude haben, das zudem noch per Videokamera für alle sichtbar riesenhaft vergrößert auf alle erdenklichen Flächen projeziert wird.

Orpheus“, noch zu sehen am 13., 15. und 16. Juli, jeweils um 20 Uhr in der
Opera stabile, Kleine Theaterstraße (neben der Staatsoper). Eintrittskarten unter Telefon 35 68 68, per Fax: 35 68 610 oder per E-Mail an ticket@staatsoper-
hamburg.de
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige