Traumland des Films

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Uraufführung in der Barke: Zur Premiere vom Karl-May-Film „Der Schut“ erschienen 1964 die Schauspieler Marie Versini (Mitte mit Blumenstrauß), Ralf Wolter (l. daneben), Chris Howland und Rick Battaglia (hinten 3. und 2. v. r.). Außerdem Filmusikkomponist Martin Böttcher (hinten Mitte), Filmproduzent Artur Brauner mit Frau und Tochter (vorn ganz links) und Regisseur Robert Siodmak und Gattin (vorn ganz rechts). Hinten ganz rechts: Barke-Betreiber Tim Schümann.

„Die Barke“ an der Mönckebergstraße

Altstadt. „Die Barke“ trete ihre Reise „ins Traumland des Films“ an, schrieb der Hamburger Anzeiger am 29. November 1951, wenige Wochen vor der Eröffnung des prachtvollen neuen Kinos „Die Barke“ an einem alten Kinostandort an der Mönckebergstraße 8. Um den Namen zu unterstreichen erhielt die Filmbühne die Form einer „mächtigen, unter dem Sternenhimmel dahinfahrenden Barke“.
Außerdem wurden Salons im Schiffsstil eingerichtet.
Der Name des mit zeitweise 1400 Plätzen größten Hamburger Innenstadt-Kinos inspirierte Innenarchitekten und Journalisten gleichermaßen.
Etwas Maritimes lag der Kinogründung allerdings nicht zu Grunde. Der Name war wohl eher von dem ältesten Vorgänger an diesem Standort abgeleitet worden, der sich auf die örtliche Umgebung bezog. Im Oktober 1910 war hier im Zuge der Sanierung der östlichen Altstadt und der Anlage der Mönckebergstraße das Barkhof-Kinematographen-Theater eröffnet worden. Barkhof hieß das gerade neu errichtete Kontorhaus, in dessen Innenhof das neue Kino errichtet wurde, benannt nach alten Höfen des hier kurz zuvor abgerissenen Gängeviertels. Auch das „Barkhof-Theater“ war bereits ein richtig großes beliebtes Kino. Die Fachzeitschrift „Der Kinematograph“ bezeichnete es 1910 als „eine vornehm eingerichtete Lichtbildbühne großen Stils, deren Darbietungen beinahe 1000 Zuschauern gleichzeitig zugänglich gemacht werden können“. Im Ersten Weltkrieg zeigte Inhaber F. Wilhelm Peters Sondervorstellungen für Kriegsversehrte, die sich großer Beliebtheit erfreuten. Als er selbst eingezogen wurde, verpachtete die Kontorhausgesellschaft Barkhof das Kino an einen Konkurrenten. Am 30. September 1920 musste Peters zu seinem großen Ärger schließen. Schon am 12. November wurde das Kino unter dem Namen „Schauburg am Hauptbahnhof“ neu eröffnet. Es gab damit dem Kino-Konzern von James Henschel, der es 1927 übernahm, seinen Namen.
Alle seine Kinos erhielten die Bezeichnung Schauburg. 1929 wurde die Schauburg am Hauptbahnhof mit einer modernen Tonanlage ausgerüstet. 1937 zwangen die Nazis den jüdischen Pächter Henschel, seinen Betrieb aufzugeben. Die Betreiber Romahn & Schümann übernahmen das „arisierte“ Kino. 1943 brannte das Kino nach einem Bombenangriff völlig aus. Teil 2 in der nächsten Woche.
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