Von Fabelfisch-Helmen und Buddhas

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Das Foto des Buddhas lässt sich einfach herunterladen Foto: mkg/sh

Online-Sammlung des Museums für Kunst und Gewerbe gewinnt Preis

City Es ist ein Mammutprojekt, das sich das Museum für Kunst und Gewerbe vorgenommen hat: Bis zum Jahr 2025 sollen alle rund 500.000 Ausstellungsstücke des Museums digital erfasst sein – und, soweit möglich, der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen. Der Besucher der Online-Sammlung kann zum Beispiel Fotos, die „gemeinfrei“ sind, kostenlos herunterladen und für seine Zwecke verwenden, sei es, um eine eigene Online-Seite zu schmücken oder um das Foto auf ein T-Shirt drucken zu lassen. Alles ist erlaubt, sofern das Bild nicht „missbraucht“ wird, jedenfalls bei den älteren Aufnahmen. 70 Jahre nach dem Tod des Künstlers erlischt das Urheberrecht und ein Foto wird „gemeinfrei“. „Wir wollen, dass die Exponate kreativ benutzt und auch verändert werden“, sagt Antje Schmidt, Leiterin Digitale Inventarisierung im Museum für Kunst und Gewerbe. „Das sind nicht unsere Kunstobjekte, wir bewahren sie nur auf für die Allgemeinheit und die soll sie auch benutzen dürfen.“ Der Grundgedanke des Internets, Informationen zu teilen, wird hier auch auf Kunst angewendet – eine Idee, die jetzt immer mehr Museen umtreibt. Das Museum für Kunst und Gewerbe ist seit Oktober 2015 dabei, hat bereits rund 5.000 Objekte digitalisiert. Für die Website „MKG Sammlung Online“ gab es jetzt sogar den renommierten „iF Design Award“ in der Kategorie „Communication“. „Wir freuen uns sehr über die Anerkennung der Internationalen Design-Experten“, sagt Museumsdirektorin Sabine Schulze. Das Digitalisierungs-Team des Museums hat, neben der ansprechenden Optik im Museums-Design, besonders viel Wert auf Übersichtlichkeit und eine einfache Bedienung für den Nutzer gelegt. Tatsächlich ist die Handhabung ganz einfach: Sammlung Online auf der Museumswebsite anklicken, Schlagwort eingeben und schon geht es los. Beispielsweise das Stichwort „Japan“ bringt 319 Ergebnisse. Ins Auge sticht sofort ein Helm in Form eines Fabelfisches – ein weiterer Klick auf das Bild enthüllt die Details: um 1600 in Japan gefertigt, aus Eisen, zum Teil vergoldet – und bereit zum Download. Die Regel: Alles, was sich herunterladen lässt, ist „gemeinfrei“ und kostenlos verwendbar. Der Fabelfisch macht da keine Ausnahme, auch das um 1868 in Japan geschossene Foto des großen Buddha bei Kamakura ist „Public Domain“. Die Sorge um Rechte Dritter ist nicht gegeben, weil das Digitalisierungsteam des Museums jedes Bild prüft, bevor es online gestellt wird.
Für den Online-Besucher öffnet das Museum für Kunst und Gewerbe seine digitalen Tore, die Nutzer können einfach stöbern oder selbst kreativ werden. Im zweiten Fall freut sich das Museum über eine Quellenangabe, vielleicht wird aus dem Fabelfisch-Helm ja schon bald ein ganz neues Kunstwerk. (sh)

Museum für Kunst und Gewerbe, www.mkg-hamburg.de, Suche unter „Sammlung Online“ möglich
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