30 Jahre Einwohnerverein St. Georg

Wann? 20.04.2017

Wo? Carl-von Ossietzky-Platz, 20099 Hamburg DE
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Michael Joho ist der Vorsitzende des Vereins und von Anfang an dabei Foto: kg
Hamburg: Carl-von Ossietzky-Platz |

Immer voll im Einsatz: Der Anwohner-Verein feiert großes Jubiläum

St. Georg Der Stadtteil St. Georg gehört mit Sicherheit zu einem der Quartiere in Hamburg, in dem sich die Anwohner intensiv für ihre Anliegen engagieren. Eine dieser aktiven Institutionen ist der Einwohnerverein mit Michael Joho an der Spitze. Ob Luxussanierung, Vertreibung von Kleingewerbe oder Busbeschleunigung, die Mitglieder des Einwohnervereins reden überall mit und mischen sich konstruktiv ein.

„30 Jahre und kein bisschen leise“

Unter dem Motto „30 Jahre und kein bisschen leise“ feiert der Verein im Mai sein großes Jubiläum. Dazu gibt es ein buntes Programm. Bereits 1987, von damals 50 ersten Mitgliedern gegründet, hat sich der Einwohnerverein neben dem damals bereits bestehenden Bürgerverein, immer für soziale Ungerechtigkeiten im Viertel stark gemacht und damit in den vergangenen drei Jahrzehnten viel bewegen können. Angefangen mit der Besetzung einer Litfaßsäule, die verlegt werden sollte, bis zum Umzug der Buchhandlung Wohlers, hat es viele gemeinschaftlichen Aktionen gegeben.

Gegen Gentrifizierung und Rassismus

„Wir werden auch weiterhin für ein buntes und solidarisches St. Georg eintreten, gegen Gentrifizierung, gegen die immer weiter auseinander gehende Arm-Reich-Schere, gegen Ausgrenzung und Rassismus“, so Michael Joho, der erste Vorsitzende des Vereins, der selber seit Jahren im Stadtteil wohnt. „Der lachende Drache“ ist die kostenlose Zeitung, die jetzt in der 300. Ausgabe erschienen ist und über die Aktivitäten des Vereins berichtet. Themen gab es, laut Joho, im Stadtteil stets genug. In den 80er Jahren sei es die Anti-AKW Bewegung gewesen, die durch Aufkleber in vielen der Fenster in St. Georg sichtbar wurde, dann Jahrzehnte hindurch die Drogenproblematik rund um den Hauptbahnhof, die unter der Fragestellung „Kippt St. Georg?“ begann und dann in der Kampagne „Macht endlich Drogenpolitik!“ mündete.

„Stadtkinder St. Georg“

Unter der Elterninitiative „Stadtkinder St. Georg“ habe es Aktionen, wie 1988 das erste öffentliche Spritzensammeln auf dem Spielplatz Danziger Straße gegeben. Der Einwohnerverein zählt heute über 110 Mitglieder und ist nach wie vor im Stadtteil St. Georg aktiv unterwegs. Aktuell steht die Ansiedlung immer mehr Cafés und Restaurants auf der Liste der Kritik der Vereinsmitglieder, immerhin sei es bereits die Hälfte aller Läden, die zum Gaststättengewerbe gehören und damit dafür sorgen, dass die Nahversorgung im Stadtteil immer weiter wegbreche. „Dann engagieren wir uns für mehr Toleranz am Hauptbahnhof und weiterhin gegen die Verdrängung aus dem Stadtteil“, so Joho.

Dauerbrenner Luxussanierungen

Insgesamt seien die Themen, die vom Einwohnerverein diskutiert werden, nicht weniger geworden in den drei Jahrzehnten und es seien auch immer noch die Dauerbrenner unter ihnen, wie die Luxussanierungen und die Drogenproblematik. Die Jubiläumsveranstaltungen sollen allen St. Georgern nun die Gelegenheit bieten, den Verein und seine Arbeit einmal genauer kennenzulernen. (kg)

Veranstaltungen

- Donnerstag, 20.4.: 17 Uhr, ab Litfaßsäule, Carl-von-Ossietzky-Platz: 30 Jahre Stadtteilengagement – Stationen

- Donnerstag, 4.5.: 19 Uhr, Gemeindesaal, Stiftstraße 15, Tagung der alternativen Hamburger Kleinzeitungen Workshop auf Einladung der Redaktion des „Lachenden Drachen“ und des Einwohnervereins

- Sonnabend, 6.5.: 18 Uhr, Pausenhalle Heinrich Wolgast Schule, Große Turnschuhparty des Einwohnervereins

- Freitag, 19.5.: 18 Uhr, Litfaßsäule auf dem Carl-von-Ossietzky-Platz: Nichts als Thesen? Enthüllung von 95 Titelseiten aus 30 Jahren „Der lachende Drache“

- Sonnabend, 1.7.: 14-21 Uhr, Hansaplatz Stadtteilfest St. Georg


Weitere Infos: Einwohnerverein St. Georg
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