Ärger am Domplatz: Toiletten fehlen

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Der Raum zwischen den Stahlkonstruktionen am Domplatz wird als öffentliche Toilette genutzt Foto: Grell

In Hamburgs Innenstadt stinkt es. Öffentliche WCs sind Mangelware, Anwohner sind genervt

Von Karen Grell
Hamburg-Altstadt
Wer in der Stadt unterwegs ist und eine Toilette sucht, hat es nicht ganz leicht. Die Öffentlichen Toiletten sind rar und meist kostenpflichtig und die der Cafés und Geschäfte nur dann zu benutzen, wenn man dort auch Kunde ist. Noch schwieriger ist die Lage für obdachlose Menschen, die den ganzen Tag über im Freien verbringen und auf einen öffentlichen Ort angewiesen sind, um ihre Notdurft zu verrichten. „50 Cent und das mehrmals am Tag, das kann ich mir nicht leisten“, meint Johann K. (43), der in der Hamburger Innenstadt „Platte“ macht. Außerdem seien die meisten öffentlichen Toiletten dann auch nicht 24 Stunden lang geöffnet und Einrichtungen wie das Pik As oder etwa der Hauptbahnhof nicht immer in erreichbarer Nähe. Immer wieder nutzen die Obdachlosen deshalb auch mal ein nahe gelegenes Gebüsch für das Geschäft und sorgen damit für Ärger in der Bevölkerung.

Abstoßender Geruch statt Ruhezone

Auch die Besucher des Domplatzes sind genervt, denn immer wieder werden die schwarzen Stahlkonstruktionen mit der inneren Rasenfläche, die den Verlauf der Domburg markieren, als öffentliche Toilette genutzt. Knapp 40 beleuchtete Sitzelemente aus Acryl stehen direkt daneben auf der großen Wiese am Speersort und sollen als Sitzgelegenheit zum Ausruhen dienen, an der Petri-Kirche befindet sich außerdem ein Kindergarten. Das Ehepaar Evers, das seinen Blumenladen gegenüber der Grünanlage betreibt, kann von „dem extremen Geruch am Platz“ berichten. Gleich neben ihrem Geschäft hätten sich zudem zwei Obdachlose in einem Türeingang häuslich eingerichtet. Eine Jacke hängt am Türrahmen, vorn am Eingang steht ein Blumentopf und die ausgelegten Pappen lassen einen Schlafplatz vermuten. Beobachtet hätten sie auch, dass der Gulli direkt an der Straße ebenfalls als Pissoir genutzt wird. Der Platz zwischen den Stahlkonstruktionen sei wohl regelrecht ideal, um sich ungesehen zurückzuziehen.

Keine Lösung in Sicht

Einen Lösungsvorschlag haben die beiden Ladenbesitzer nicht und solange es obdachlose Menschen in Hamburg gäbe, werde wohl auch das Problem mit den Toiletten ein Thema bleiben. Das Aufstellen von mobilen Toilettenkabinen durch den Bezirk sollte die Situation eigentlich entschärfen, doch nicht jeder Wohnungslose macht sich dann des Nachts wohl auf die weite Suche nach einer öffentlichen Toilette – sehr zum Ärger der Anwohner und Besucher.
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3 Kommentare
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Rainer Stelling aus St. Georg | 07.12.2016 | 18:02  
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Elke Noack aus Rahlstedt | 08.12.2016 | 11:13  
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Rainer Stelling aus St. Georg | 08.12.2016 | 15:51  
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