Alltagsgeschäft: Müll in der City

Anzeige
Häufiger Löscheinsatz durch unachtsame Raucher: Brennende Zigaretten werden oft in die Mülleimer eingeworfen, da ist schnelle Hilfe der Feuerwehr gefragt. Mit Löschwasser im Hochdruckverfahren wird das rund 2,50 Meter tiefe Innenleben der Behälter ausgepumpt und gereinigt. Fotos: Strauß
 
Knallrote Mülleimer mit lustigen Sprüchen wie „Hamburgs kleinste Müllkippe“ sind überall in der Innenstadt im Abstand von wenigen Metern zu entdecken. Obwohl die Stadtreinigung zweimal am Tag säubert und entleert, landet mancher Müll daneben.

Trotz regelmäßiger Rundumreinigung: Ärger über Dreck in der Innenstadt

Von Jutta Strauß
City. Sie fallen sofort ins Auge, begegnen uns täglich nahezu an jeder Straßenecke: Die feuerroten Mülleimer der Hamburger Stadtreinigung. Mit großer Klappe und kessen Sprüchen werben die knallroten Müllbehälter für Sauberkeit. Botschaften wie „Bin offen für alles“ oder „Wär’ so gerne Müllionär“ inspirieren humorvoll zum umweltbewussten Handeln. „Die Stadtreinigung hat in den vergangenen Jahren nach und nach von mausgrau auf feuerrot umgestellt. Früher sind die Mülleimer kaum aufgefallen, jetzt nicht mehr zu übersehen“, so Andree Möller, Pressesprecher der Hamburger Stadtreinigung. „Die Müllbehälter sind deutlich größer als früher und haben sogar ein unterirdisches Innenleben.“ In bis zu 2,50 Metern Tiefe lagert darin der eingeworfene Müll bis zur Abholung. Insgesamt 9100 rote Mülleimer gibt es inzwischen im gesamten Stadtgebiet. In der Innenstadt stehen die Müllbehälter oft im Abstand von nur wenigen Metern. Damit die Bürgersteige und Fußgängerzonen blitzsauber bleiben, sind zudem täglich Müllfahrzeuge in der Innenstadt unterwegs. Dennoch entdecken kritische Passanten beim Stadtbummel so manchen Schandfleck. Besonders an Bänken in den Fußgängerzonen ist allerlei Unrat verstreut. Ein gefundenes Fressen für die Tauben: Im Bereich vieler Sitzflächen liegen achtlos weggeworfene Essensreste herum. Im direkten Blickfeld türmen sich leere Flaschen und gammelige Pappbecher. Ein ewiges Ärgernis sind auch Kaugummiflecken, vor allem am Jungfernstieg, der im Jahr 2005 aufwändig neu gestaltet wurde. Um die lästigen Klebefallen und andere Verunreinigungen zu beseitigen, wird die noble Flaniermeile zweimal jährlich mit einer Spezialmaschine für Nassreinigung im Hochdruckverfahren gesäubert. Allerdings hinterlässt der alljährliche Budenzauber beim Alstervergnügen und anderen Veranstaltungen leidliche Spuren. „Nach der Saison gibt es an vielen Stellen immer Rotwein-, Eis- und Fettflecken. Daher sind jeden Morgen und abends in weiten Teilen der Stadt Reinigungsfahrzeuge unterwegs“, weiß Andree Möller.

„Macht doch lieber
nachts sauber!“
„Der Innenstadtbereich gehört neben der Reeperbahn zu unseren meist gereinigten Gebieten. Dort reinigen wir zweimal täglich.“ Trotzdem hagelt es regelmäßig Kritik von unzufriedenen Bürgern. Meist über unschön ausufernden Müll auf dem Gehweg.
„Oft hören wir von Hamburgern, die aus dem Urlaub kommen: ,Woanders ist es überall viel sauberer!’“
Die Mitarbeiter der Stadtreinigung sind zwar stets um Verbesserungen bemüht, nehmen solche Rundumschläge aber gelassen. „Jeder bewertet die Sauberkeit seiner Stadt nach dem eigenem Umfeld, nicht unbedingt nach dem Gesamtbild“, so Möller. Wer etwas zu bemängeln hat, kann zudem die Hotline „Saubere Stadt“ unter Tel.: 2576 1111 nutzen. „Da kann jeder anrufen, der was zu meckern hat. Dem gehen wir auch nach.“ Laut Zahlen vom Mai 2012 meldeten Bürger dort 1.162 Aufträge in ganz Hamburg. Davon wurden 976 bis Ende des nächsten Arbeitstages erledigt sowie die übrigen meist innerhalb von drei Tagen. Manchmal erhalten die Mitarbeiter der Stadtreinigung anstelle von Kritik konstruktive Vorschläge wie „Macht’ doch lieber nachts sauber!“ Was sich in anderen Teilen der Welt bewährt haben mag, empfiehlt sich aber nicht automatisch auch für Hamburg. Wer will schon nachts von dröhnenden Müllfahrzeugen gestört werden? Trotzdem: Immer wieder freut sich das Team der Stadtreinigung aber auch über positive Rückmeldungen. „Nach Ende jeder Saison erhalten wir viel Post von Hamburg-Urlaubern, die uns loben.“ (js)
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige