Als der Kaiser mit der Maurerkelle kam

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Kaiser Wilhelm II bei der Schlussstein-Legung in der Speicherstadt: So sah ein zeitgenössischer Stich die ZeremonieBild: Speicherstadtmuseum
 
Die Speicherstadt - einst ungeliebte Konzession an die Reichspolitik, heute Denkmal Foto: Jenssen

125 Jahre Speicherstadt: Das Museum lädt zum Geburtstagsprogramm des historischen Stadtteils ein

Hamburg. Die Speicherstadt - der größte zusammenhängende Lagerhauskomplex der Welt - feiert im Oktober ihren 125. Geburtstag. Zu dieser Feier hat das Speicherstadtmuseum eingeladen. „Der Oktober 1888 war für Hamburg von großer historischer Bedeutung“, sagt Dr. Ralf Lange, Kunsthistoriker und wissenschaftlicher Mitarbeiter des Museums. „Am 15. Oktober wurde die Stadt in das deutsche Zollgebiet eingegliedert. Um das gebührend zu feiern, reiste am 29. Oktober sogar Kaiser Wilhelm II. nach Hamburg.“
Mit einem feierlichen Akt an der Brooksbrücke wurde an diesem Tag der Zollanschluss Hamburgs an das Deutsche Reich durch den Kaiser mit der sogenannten „Schlusssteinsetzung“ symbolisch besiegelt. Der „Schlussstein“ war eine Gedenktafel, die in den westlichen der beiden Brückentürme eingefügt wurde. Hierfür wurde dem Kaiser eine silberne Maurerkelle und ein silberner Hammer gereicht. Symbolisch vermauerte er damit die Gedenktafel. Gleichzeitig wurde an diesem Tag die Fertigstellung des ersten Bauabschnitts der Speicherstadt gefeiert.

Zollanschluss

Zur Vorgeschichte der Speicherstadt: Bismarck hatte den Hamburger Senat zum Beitritt in das deutsche Zollgebiet gedrängt. Die Hamburger Kaufleute wollten aber nicht das Vorrecht verlieren, Waren zollfrei einführen und lagern zu können. Der Kompromiss bestand darin, dass der Hamburger Hafen in einen Freihafen umgewandelt wurde. Eine zollfreie Enklave mitten in der Stadt.
Der Hamburger Senat entschied, dass für den Bau der Speicherstadt 1100 Häuser im Süden der Altstadt komplett abgerissen wurden. Die über 16.000 Menschen, die dort lebten, wurden zum größten Teil nach Barmbek und Hammerbrook umgesiedelt.
Heute ist die Speicherstadt, die sich auf einer Fläche von etwa 630 000 Quadratmetern zwischen der Hamburger City und der Hafen City erstreckt, einer der größten Anziehungspunkte für Touristen in Hamburg. Sie beherbergt neben mehreren Teppichhändlern, die sich dort bis heute gehalten haben, u. a. das Speicherstadtmuseum, das Zollmuseum und das Gewürzmuseum. Außerdem sind das „Dungeon“, das „Miniatur Wunderland“ oder der „Dialog im Dunkeln“ Anziehungspunkte für Besucher.

Programm

Öffentliche Rundgänge: „Speicherstadt - Tradition und Wandel“ Do., 3. Oktober, 11 Uhr, Sa, 5. Oktober, 15 Uhr, So., 6. Oktober, 11 Uhr, Sa., 12. Oktober, 15 Uhr, Sonntag, 13. Oktober, 11 Uhr, Sa, 19. Oktober, 15 Uhr, So, 20. Oktober, 11.Uhr, Sa, 26. Oktober, 15 Uhr, Sonntag, 27. Oktober, 11 Uhr .Treffpunkt: im Speicherstadtmuseum. Ein ausführlicher Rundgang zur Geschichte und zur aktuellen Entwicklung der Speicherstadt. Vorgestellt wird das Kerngebiet des Lagerhausviertels mit der Kaffeebörse, dem Kesselhaus und dem imposanten Sandtorquaihof. Um typische Importgüter und die Arbeit in den Quartiersmannsfirmen (Lagerfirmen) geht es anschließend im Speicherstadtmuseum, das sich in einem Speicher aus dem Jahre 1888 befindet. Anmeldung nicht erforderlich. 8 Euro / erm. 6,50 Euro, ca. 90 Min. Wer im Oktober Geburtstag hat, erhält bei diesen Führungen freien Eintritt (Nachweis erbeten)!„Speicherstadt – Die Entdeckertour für Kinder“: Sonntage 6. und 13. Oktober, jeweils 10.30 Uhr, Treffpunkt: im Speicherstadtmuseum.
Für Kinder von 6 bis 12 in Begleitung Erwachsener. Anmeldung empfohlen unter Tel.: 32 11 91 oder info@speicherstadtmuseum.de (je)
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