Asbest im Wandbild

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Die Platten des Wandbildes in der Revaler Straße waren Asbesthaltig und mussten somit entsorgt werden Foto: Grell

Behörde prüft: Unsachgemäßer Abbruch?

St. Georg Die Aufregung im Stadtteil war groß, als in der vergangenen Woche in der Revaler Straße ein mehr als 30 Jahre altes Wandbild abgerissen wurde, um Sanierungsarbeiten an der Fassade zu ermöglichen. Nicht nur der Einwohnerverein hatte energisch kritisiert, dass die Platten, auf die das Bild gemalt worden war, zerschlagen wurden, anstatt sie zu retten. Doch jetzt ist klar: „Es handelt sich um asbesthaltige Bauteile“, sagt Rico Schmidt, Sprecher der Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz. Daher gelte, wie grundsätzlich für asbesthaltiges Material, ein Verwendungsverbot an anderer Stelle. Somit hätte das Gemälde auch nicht an anderer Stelle wieder angebracht werden dürfen.
Schwer wiegt auch: „Die Entfernung der Platten war dem Amt für Arbeitsschutz nicht, wie unbedingt notwendig, vorab angezeigt worden“, sagte Schmidt weiter. Das Amt sei dann, nachdem es Kenntnis erlangt hatte, direkt vor Ort gewesen. „Zu diesem Zeitpunkt waren die Platten allerdings bereits demontiert“, so Schmidt. Die Behörde habe dann sofort alle notwenigen Arbeitsschutzmaßnahmen, wie eine fachgerechte Entsorgung und notwendige Reinigungsarbeiten, eingeleitet.
Nun stellt sich allerdings die Frage, ob die asbestbelasten Elemente sachgemäß nach den Regelungen der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin entfernt wurden, oder ob durch unsachgemäßen Abbruch eine Gesundheitsgefahr für die Arbeiter bestand – Asbestfasern gelten als krebserregender Gefahrstoff. Diese Frage könne derzeit nicht abschließend beurteilt werden, so Schmidt.
Falls die laufenden Untersuchungen ergeben sollten, dass die Vorschriften zur Entsorgung der Platten nicht eingehalten wurden, muss die Sanierungs-Firma mit einem Bußgeld rechnen. (kg)
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Rainer Stelling aus St. Georg | 10.12.2015 | 13:23  
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