Asyl-Plan bestätigt

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Mit dieser Schlagzeile berichtete das Wochenblatt am 9. September Repro: wb

Bezirksamtsleiter: Flüchtlinge ziehen in Averhoffstraße 38

Uhlenhorst Hamburg hat derzeit mehr als 30.000 Plätze für Flüchtlinge an 100 Standorten. Und weiterhin wird händeringend nach winterfesten Quartieren gesucht. Dass eine neue Unterkunft in der ehemaligen Staatlichen Gewerbeschule für Bauhandwerker in der Averhoffstraße 38 geöffnet wird, hat jetzt Bezirksamtsleiter Harald Rösler (SPD) gegenüber dem Wochenblatt bestätigt.
Rösler hatte eine entsprechende Aussage vor wenigen Tagen bei einer SPD-Veranstaltung in Langenhorn gemacht. Auf Nachfrage sagte er jetzt: „Ja, als Bezirksamtsleiter gehe ich davon aus, dass es dazu kommt. Im Prinzip sind sich alle einig. Im Bezirk ist es im politischen Bereich auch so kommuniziert.“ Der Standort sei zwar offiziell noch in der Prüfung, es werde aber „zeitnah“ eine Klärung geben. Bereits Anfang September hatte das Wochenblatt über die Pläne berichtet.
Der Sprecher der Sozialbehörde, Marcel Schweitzer, verweist lediglich darauf, dass auf der Internetseite der Stadt kein Hinweis auf den Standort zu finden sei (Stand 20. Oktober): Daher könne man darauf vertrauen, „dass es keine Entscheidung gibt“ und daher auch Fragen nach Zahl der unterzubringenden Flüchtlinge etc. nicht beantwortet werden könnten. Darin ist er sich mit Rösler einig: Anzahl der Flüchtlinge und Zeitpunkt des Einzuges seien noch unklar, sagt auch der Bezirksamtsleiter. Im Übrigen habe der Bezirk das Objekt „wiederholt vorgeschlagen“. Weil die Aufnahmekapazität in der Averhoffstraße aber vergleichsweise klein sei, hätten andere, größere Objekte Priorität.
Unklar bleibt der genaue Termin des Einzugs vor dem Hintergrund eines Projektes des Schauspielhauses: Laut Homepage ist vom 6. November bis 16. Januar die Performance Installation „Söhne & Söhne“ geplant – in der ehemaligen Gewerbeschule Averhoffstraße 38. (sta/bcb)

Kommentar: Raum für Spekulation
Wo Informationen sich abseits der Behörden-Kanäle ihren Weg bahnen, wächst die Spekulation. So auch auf der Uhlenhorst: Warum werden Anwohner im Unklaren gelassen, wenn der politische Flurfunk im Bezirk längst hörbar zur Flüchtlingsunterbringung in der Averhoffstraße sendet? Mehrfach wurde und wird der Informationsfluss der Stadt bei den Asylbewerber-Unterkünften kritisiert. Die neue Sozialsenatorin Melanie Leonhard (SPD) hat an dieser Stelle Altlasten ihres Vorgängers Detlef Scheele übernommen. Sie sollte hier schnellstmöglich Verbesserung schaffen, um das Vertrauen der mehrheitlich hilfsbereiten Hamburger zu bewahren. (Silvia Stammer)
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