Auf großer Fahrt zu den Eisbären

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Frostige Begegnung: die Sea Spirit und ein Pinguin in der AntarktisFoto: Poseidon Expeditions
 
Jan Bryde, Poseidon-Chef und Expeditionsleiter Foto: Gehm

Expeditions-Kreuzfahrtschiff „Sea Spirit“ machte für zwei Tage Station im Hamburger Hafen

Von Dagmar Gehm
Neustadt
Kürzlich hat es abgelegt. Zwei Tage lang war das kleinste unter deutscher Bordsprache geführte Expeditions-Kreuzfahrtschiff zu Gast in Hamburg. Und zwar zum ersten Mal. So bald wird es voraussichtlich auch nicht wiederkommen, wie Jan Bryde, Geschäftsführer der Poseidon Expedions GmbH, betont. Schade eigentlich!

Neues Ziel: die Arktis


Inzwischen befindet sich die „Sea Spirit“ mit eisverstärktem Schiffsrumpf auf großer Fahrt in Richtung Arktis. Mit Kurs auf Schottland, Island, Grönland, Spitzbergen und Franz Josef Land. In die Stille der Polarwelt, der schimmernden Eisberge und der fast hautnahen Begegnung mit Eisbären. Erst im Mai hatte Poseidon Expeditions die erste Niederlassung in Deutschland gegründet – in der Großen Elbstraße, Hamburg. Das 1991 gebaute Schiff wurde 2010 komplett renoviert. Es gibt keine Innenkabinen, nur 54 sehr komfortable Suiten, einen beheizten Whirlpool an Deck und einen Fitnessraum. Extra aus Kalifornien sind Andrea Brown und Gwen Infante angereist. „Es lohnt sich“, sagen die beiden Naturliebhaberinnen. „Wir mögen weder große Schiffe noch große Hafenstädte sondern bevorzugen das ‚richtige Leben‘ in der Natur. Uns gefällt es, wie behutsam man hier mit ihr umgeht.“ In der Tat ist die Reederei Mitglied der Polar Bear International sowie des WWF (World Wide Fund for Nature).

„Ideal für Anlandungen in kleinen Gruppen mit Zodiacs.“ Jan Bryde

Die Freundinnen sind zwei von maximal 114 Passagieren, die das 4-Sterne-Schiffs beherbergen kann. „Ideal für Anlandungen in kleinen Gruppen mit Zodiacs“, so Jan Bryde, der bestimmt schon 60 mal in Arktis und Antarktis war und so viele Eisbären und Pinguine gesehen hat, dass er sie gar nicht mehr zählen kann. Der Umwelt wird auch durch neun Kajaks Rechnung getragen, für die Kajak Master Ian Jansma aus Alaska verantwortlich zeichnet: „Kajakfahrer können ein Paket buchen und täglich bis zu drei Stunden in Richtung Wildlife unterwegs sein.“ Müssen Schiffe überhaupt das sensible Ökosystem befahren? „Kein Problem“, meint Jan Bryde. „Waren es vor 25 Jahren noch 10.000 Besucher im gesamten Sommer, sind es heute 30.000. Also mehr als auf der Reeperbahn an einem Abend. Das schadet der Region nicht. Außerdem ist es laut Gesetz immer nur 100 Personen erlaubt, gleichzeitig an Land gehen.“

Nur 100 Personen erlaubt


Nah dran an der Natur, nah dran auch am Geschehen an Bord. Hier dürfen die Passagiere auf die Brücke, so oft sie Lust haben. Käpt’n Jaroslav Gonta hat sogar ein eigenes Fernglas für sie bereitgestellt. Auf dem 90,6 m langen Schiff entsteht schnell eine persönliche Atmosphäre. Die 80 Crewmitglieder kennen ihre Gäste. In der gut bestückten Polarbibliothek steht Literatur in vier Sprachen zur Verfügung. Statt großer Show werden Vorträge über die spannenden Ziele geboten. Immer begleiten deutschsprachige Lektoren und Wissenschaftler die Studienreise auf See. Zur musikalischen Unterhaltung trägt nur ein Pianospieler bei. „Wunderbar entspannend“, wie Gwen und Andrea finden.
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