Bernstein-Ikonen aus St. Petersburg

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Die Heilige Natalia ist im Jahr 2012 in der Bernsteinzimmer-Werkstatt entstandenFotos: Hörmann
 
Yuri Fedorijak, ein Restaurator der Werkstatt Zarskoje Selo, schnitzt eine Ikone. Das größte Projekt der 1981 gegründeten Werkstatt war die Rekonstruktion des legendären Bernstein-Zimmers, das seit dem Zweiten Weltkrieg verschollen ist.

Woche der deutsch-russischen Partnerschaft bringt meisterhafte Schnitzereien nach Hamburg

City. Meister aus der St. Petersburger Bersteinzimmer-Werkstatt zeigen in der St. Petri Kirche ihre Kunst. Die zeitgenössischen Schnitzereien aus Bernstein verbinden die altrussische Ikonen-Tradition mit dem Handwerk der Bersteinverarbeitung. Das Ergebnis ist eindrucksvoll, die Ikonen aus dem weichen Bernstein leuchten geradezu. Die Ausstellung in der Hauptkirche St. Petri steht im Rahmen der Woche für die deutsch-russische Städtepartnerschaft Hamburg –
St. Petersburg. Bis Sonntag gibt es zahlreiche Veranstaltungen in der City rund um die Bindungen der beiden Partnerstädte. Initiiert wurde die Freundschaftswoche von St. Petri, entsprechend umfangreich ist der Programmbeitrag der Kirche: Neben der Ikonen-Ausstellung zeigt die Hauptkirche auch Bilder des russischen Malers Andrej Tron mit maritimen Szenen im historischen Stil. Am Sonnabend ist ein russisches Akkordeon-Ensemble zu Gast in St. Petri. Die fünf Musiker spielen Werke von Tschaikowski und Gershwin, die sonst nur von großen Orchestern gespielt werden, auf fünf Akkordeons. Für das Engagement der Hauptkirche in die Städtepartnerschaft gab es besonderes Lob vom russischen Generalkonsul Ivan Khotulev: „Wie jede andere muss auch die deutsch-russische Partnerschaft gepflegt werden. Uns freut es sehr, dass sich die Hauptkirche St. Petri dieser Aufgabe angenommen hat.“ Auch die Handelskammer ist bei der Städtepartnerschaftswoche mit von der Partie – und zwar mit Vorträgen zum Thema wirtschaftliche Zusammenarbeit Hamburg und St. Petersburg. Die Commerzbibliothek der Handelskammer und die Stiftung „Hanseatisches Wirtschaftsarchiv“ präsentieren in der Handelskammer Landkarten, Verträge und Reisebeschreibungen aus dem 18. Jahrhundert. Der Reisepass von Otto von Bismarck, 1859 bis 1862 preussischer Gesandter in St. Petersburg, ist in der Petri Kirche ausgestellt, Hobby-Historiker werden ihre Freude daran haben. St. Petersburg und Hamburg brachten Schiffbau und Seehandel Wohlstand, Grund genug für das Maritime Museum, sich an der Partnerschaftswoche mit einer Sonderausstellung zu beteiligen: Unter dem Titel „Glaube, Liebe, Hoffnung“ zeigt das Museum packende Fälle von Seenot und Rettung, darunter eine Flaschenpost mit einem letzten Gruß an die Familie und die Geschichte dreier Weltumsegler, deren Yacht abseits aller Fahrtrouten von einem springenden Buckelwal versenkt wurde. Die Woche für die deutsch-russische Partnerschaft – das sind viele Kultur- und Wirtschaftsveranstaltungen, die neuen neuen Schwung in die Städtepartnerschaft Hamburg – St. Petersburg bringen sollen – die Politik steht bei den Veranstaltern nicht auf der Agenda, auch wenn Hauptpastor Christoph Störmer von St. Petri aktuelle Probleme damit nicht unter den Teppich kehren möchte. Das Motto der Kirche für die Woche der Städtepartnerschaft lieferte der Prophet Jeremia vor 3000 Jahren: „Suchet der Stadt Bestes und betet für sie.“ (sh)

Ikonen-Schau bis So., 17. Nov., 10-17 Uhr, Eintritt frei. Konzert: Sa., 16. Nov., 20 Uhr, Eintritt: 10-26 Euro. Programm der Partnerschaftswoche:
sankt-petri
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