Bezirksversammlung beschließt: Occupy-Camp bleibt

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Das Occupy- Camp bleibt, so hat es jetzt die Bezirksversammlung beschlossen.Foto: Grell

Protest auf Gertrudenkirchhof geht weiter

City. Die Aktivisten vom „occupy-camp“ auf dem Gertrudenkirchhof können bleiben. Das hat jetzt die Bezirksversammlung beschlossen. Banner, die sich gegen eine Welt voller Konsum aussprechen, flattern im Wind über dem Camp, in den Zelten muss es allerdings kalt sein in diesem Tagen. Dennoch ist die Diskussion um das Camp mitten in der City noch lange nicht abgekühlt. Zur 22. Sitzung der Bezirksversammlung wurde nun beschlossen, dass die Aktivisten an ihrem Standort festhalten dürfen.
Räumung verhindert
Das Occupy-Camp bleibt, entgegen der Anträge, die eine Räumung zum 15. April durchsetzen wollten. An dem Tag der weltweiten Demonstrationen gegen die Macht der Finanzmärkte, ging es auch in Hamburg mit dem ersten Zelt vor der HSH-Bank los. Heute sind es mehrere Dutzend Unterkünfte, die zum Camp gehören, das gut organisiert, seit nun weit über einem Jahr funktioniert. Aus der Bevölkerung bekommen die Demonstranten viel Zuspruch, der Bezirk hat sie bisher immer geduldet, allerdings mussten sie vom Gerhard-Hauptmann-Platz auf den kleineren Gertrudenkirchhof umziehen. Und das ausgerechnet des Kommerzes wegen. Der Weihnachtsmarkt hatte die Aktivisten gezwungen, die Zelte abzubrechen und an den neuen Standort zu verlagern. Aus anfänglich wenigen Zelten ist heute ein organisiertes Camp mit Versammlungszelt und Kirchenhütte geworden.
Es gibt einen Umsonst-Laden, wo alles abgelegt und mitgenommen werden darf und einen Infostand, wo Protestler Auskunft darüber geben, warum sie sich der Bewegung angeschlossen haben. „Die Regeln der Gesellschaft sollen neu überdacht werden, und die Ursachen der Probleme bekämpft werden, nicht deren Symptome.“
Protest geht weiter
Dabei wollen die Aktivisten selbstkritisch vorgehen und zunächst aus eigener Kraft verändern, was ihnen veränderungswürdig scheint. Kritik gibt es dabei von den Occupy-campern an vielen der bestehenden Grundlagen des Zusammenlebens, wie den ungleichen Bildungschancen, der ungerechten Verteilung des Reichtums, dem hohen Renteneintrittsalters gegenüber der Jugendarbeitslosigkeit, dem Umgang mit den Ressourcen der Natur und vor Allem der Konsumgier und der Lust auf unendliches Wachstum einer Wegwerfgesellschaft. Das Camp bleibt und die Diskussionen um eine bessere Welt gehen weiter. (kg)
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