Christa Block und die Kunst

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Christa Block vor der Bronze-Skulptur „Paradiesbrunnen“ von Bernd Altenstein. Foto: Haas

„Elysée Preis für Malerei“ wird regelmäßig an norddeutschen Kunsthochschulen ausgeschrieben

St. Georg. Ob sie eine starke Frau sei? Das könne sie nicht entscheiden, meint Galeristin Christa Block (71) ein wenig nachdenklich. Vielleicht habe sie schon als Kind eine gewisse Stärke entwickelt. Aufgewachsen in St. Georg, fühlt sie sich bald für ihre gehörlosen Eltern verantwortlich, übernimmt eine Art Schutzfunktion, etwa durch Übersetzungsdienste bei Behörden. Familie Hauschild lebt nach dem Krieg zunächst in einem kleinen Zimmer. Mit Ausgebombten und Flüchtlingen werden Küche und Bad gemeinsam genutzt.
Bis das Amt, damals im Bieberhaus, ein Einsehen hat und der Familie eine eigene Wohnung zuweist.
Nach der Mittleren Reife absolviert Christa Hauschild eine Lehre zur Groß- und Außenhandelskauffrau, befasst sich beruflich mit Rohkakao und Trockenfrüchten, als sie 1967 den Direktionsassistenten Eugen Block im „Haus Vaterland“ kennenlernt.
Aus der Begegnung erwächst bald Liebe: inzwischen eine Partnerschaft über 45 Jahre. Schon als Verlobte unterstützt sie ihren Partner bei der Gründung des ersten „Block House“ an der Dorotheenstraße. „Obwohl wir beide damals kein Geld hatten!“ betont sie. Aber das gemeinsame Konzept geht auf, aus dem Steakhaus nach US-Vorbild entsteht ab 1968 im Senkrechtstart eine bis heute florierende Unternehmensgruppe.
„Mit Hingabe und Leidenschaft war ich Ehefrau und Hausfrau.“ Ab 1973 auch Mutter von Christine, Dirk und Philipp. Unterdessen unterstützt die charmante Frau nach Kräften alle geschäftlichen Entscheidungen ihres Mannes. Kürzlich etwa die Eröffnung des Block Bräu an den Landungsbrücken. Schon 1985 entsteht das Fünf-Sterne-Hotel Grand Elysée in Rotherbaum – und damit beginnt ihre Karriere als Galeristin und Kunstmäzenin. 2004 wird sie ausgezeichnet: In Anerkennung ihrer Verdienste um die Bildende Kunst in Hamburg erhält Christa Block die Gustav Schiefler Medaille der Lichtwark-Gesellschaft.
Galeristin und Mäzenin – aus „Affinität zur Kunst“
„Vor der Eröffnung des Elysée gab es viele weiße, leere Wände.“ lächelt die Hobbymalerin, die über Jahre Malkurse besucht hatte. Kurzerhand nimmt sie Kontakt zu Künstlern der Umgebung auf, stattet sämtliche Hotelzimmer aus mit Drucken ihrer Werke. Daraus entsteht bald ein ausbaufähiges Konzept: In gediegenem Ambiente läuft inzwischen die 140. Ausstellung der Galerie im Elysée, bei freiem Eintritt zu besichtigen, und zwar rund um die Uhr, an sieben Tagen der Woche. „Wir wollten auch Hamburgern die Kunst ohne Schwellenängste nahe bringen.“ Aus Ankäufen während der Ausstellungen enteht im Lauf der Jahre die stattliche „Sammlung Block“ mit 650 Werken sowie Skulpturen. In den Konferenzräumen und im Festsaal des Elysée sind Original-Auftragsarbeiten zu bestaunen.
„Ein Bild muss zwar nicht allen gefallen. Aber es muss ansprechen, atmosphärische Signale vermitteln.“ erklärt Christa Block. Deswegen legt die Kunstförderin bei ihrer Auswahl großen Wert auf gegenständliche Malerei. „Sie darf gerne abstrahierte Gegenständlichkeit sein, die sich abhebt von der Fotografie.“
Zur Förderung gegenständlicher Kunst setzt Christa Block ein weiteres Zeichen: Der „Elysée Preis für Malerei“ wird regelmäßig an norddeutschen Kunsthochschulen ausgeschrieben, mit stattlichem Preisgeld. Prämierte Arbeiten der vergangenen 25 Jahre sind im Grand Elysée zu sehen.
„Inzwischen haben wir eine Menge Anfragen.“ freut sich Christa Block, die bei ihrer Arbeit von Kunsthistorikerin Astrid Prühs unterstützt wird. „Es wurde eine richtig erfüllende Tätigkeit.“ Dabei wünscht sie sich sehnlichst mehr Zeit mit ihrem Mann und der Familie. Kraft schöpfe sie aus gemeinsamen Bibellesungen, sagt die praktizierende Katholikin: „Die Gleichnisse aus dem Neuen Testament vermitteln auch heute trostreiche Erkenntnisse.“

Info: http://www.galerie-im-elysee.de (wh)
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