Darum stehen zwei Esel im Mariendom

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Die Krippe im Mariendom ist die einzige Kirchenkrippe mit zwei EselnFoto: Krause

Tierischer Krippen-Diebstahl mit Folgen

Von Franz-Josef Krause
St. Georg. „Und sie gebar ihren ersten Sohn und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe; denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge.“ So kennt jeder die Weihnachtsgeschichte aus dem Lukas-Evangelium.
Nichts kündet darin von Ochs und Esel. Und doch behaupten diese Tiere in der Volksfrömmigkeit hartnäckig ihren Platz – sie sind in jedem zur Weihnachtszeit aufgestellten Krippen-Ensemble zu finden.
Im katholischen Mariendom an der Danziger Straße wird der Besucher gleich mit zwei Grautieren an der Krippe konfrontiert.
Und das kam so: Vor bald 25 Jahren begab sich ein Mensch an die Krippe des Mariendoms. Obwohl am geweihten Ort, überkam ihn eine Versuchung - zu stehlen. Doch nicht etwa die Opferstöcke waren Gegenstand seiner Begierde. Der Esel an der Krippe hatte es ihm angetan. Ein Griff – schon war der Ochse allein.

Zweitbesetzung

Die Gemeindemitglieder beschlossen nach dem ersten Schock, die Eselslücke wieder zu schließen. Sie betrauten einen Künstler, für den verschwundenen Esel eine Zweitbesetzung anzufertigen, die im folgenden Jahr gemeinsam mit dem Ochsen bei der Krippe stehen sollte. So geschah es auch. Es begab sich aber, dass der Eselsdieb den vorwurfsvollen Blick des treuen Grautiers nicht mehr aushalten konnte.
Von Reue gepackt, brachte er den Esel wieder zurück nach St. Marien. Dass dort bereits die Zweitbesetzung stand, störte den Dieb offensichtlich nicht. Seither wird die Krippe jährlich mit beiden Eseln aufgebaut.
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