Die Krone im Blick

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Jürgen Wohlers kontrolliert die Linden am Hansaplatz auf Schädigungen. Die Straßenbäume in der Stadt haben es besonders schwer, weil sie vielen Belastungen ausgesetzt sind. Foto: kg

Baumkontrolleure sorgen für Sicherheit

St. Georg. Seit zehn Jahren gibt es in Hamburg das digitale Baumkataster, in dem jeder Baum auf öffentlichen Flächen registriert ist und das die Grundlage für eine regelmäßige Kontrolle bildet.
Je nach Zustand wird eine Bewertung von eins bis vier vergeben, die Aussagen zulässt über die Beschaffenheit von Stamm, Ästen und dem Laub des Baumes. Ob ein Baum gefällt werden muss, hängt von dieser Bewettung ab.
Jürgen Wohlers, Leiter der Abteilung für Hamburgs Baumkontrolleure, sorgt dafür, den geschädigten Baum durch gezielte Maßnahmen davor zu bewahren.
Eingeführt wurde das digitale Baumkataster nach einem Unfall im Jahre 1998, bei dem zwei Menschen durch einen umstürzenden Baum ums Leben kamen. Sicherheit für den Bürger soll durch die Kontrolle am Baum mit dem Blick vom Stamm bis zur Krone verbessert werden, denn meist sind es alte und morsche Bäume die zur Gefahrenquelle werden.
Der Baum, der damals umstürzte, war von einem Pilz befallen. Hamburger Bürger sollen sich dank des Baumkatasters auf öffentlichen Plätzen bewegen können, ohne in die Gefahr zu geraten, von einem herunterfallenden Ast verletzt zu werden. Natürlich gibt es nie eine hundertprozentige Sicherheit, doch die Unfälle sind seit des Bestehens der Kontrollen gesunken und der Baumbestand sogar angestiegen. Dass die Bäume zu jeder Jahreszeit in Augenschein genommen werden macht Sinn, weil so im Winter das Geäst und im Sommer das Laub betrachtet werden können, um den genauen Zustand zu überprüfen.
Eine digitale Checkliste gibt dem Baumkontrolleur dann die Fragen zu der Beschaffenheit des Baumes vor.
Während der Experten den Stamm mit geschultem Blick begutachtet, wird die Größe der Krone einfach mit Fußschritten abgemessen. Erhält der Baum dann die Bewertung 4, droht die Motorsäge. Aber „Dreiviertel der Bäume, die jährlich in Hamburg gefällt werden, müssen einer Bebauung weichen“, weiß Jürgen Wohlers. (kg)
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