Ein Jahrhundert Hamburg-Finkenau

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Arzte und Schwestern der Frauenklinik Finkenau auf einem undatierten Foto aus dem Zweiten WeltkriegRepro: Hanke
 
Der Eingang der ehemaligen vor 100 Jahren erbauten Frauenklinik Finkenau: jetzt Kunst- und Medienzentrum Fotos: Hanke

Frühere Frauenklinik ist heute Mediencampus. Am Freitag wird das Jubiläum gefeiert

Hamburg. Viele Geschichten haben sich in der früheren Frauenklinik Finkenau abgespielt, in der jetzt der Kunst- und Mediencampus Hamburg der Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) untergebracht ist.
Zum 100-jährigen Jubiläum des Gebäudes, das Hamburgs berühmtester Baumeister, Fritz Schumacher, entworfen hat, wird es viele Geschichten des dreiflügeligen Backsteinbaus zu sehen und zu hören geben. Am Freitag, 10. Oktober, wird es ab 14 Uhr im ganzen Haus gefeiert. Unter dem Motto „100 Jahre Finkenau, 100 Geschichten“ werden dann überall im ganzen Haus Tafeln mit Geschichten hängen, die das Jubiläumsteam gesammelt hat, übermittelt von einstigen Ärzten, Schwestern, Patientinnen und Hebammen. Im Ausstellungsraum zur Geschichte des Hauses, der früheren Schwesternmesse im ersten Stock, kann man die Zeitzeugen auch per Kopfhörer hören.

Besucher können Geschichten beisteuern

Wer noch eine Geschichte hinzufügen möchte, kann sie aufschreiben und in die Geschichten-Box werfen, die ebenfalls in diesem Raum steht. „Wir werden unseren Gäste, die die Frauenklinik erlebt haben, sagen: Du bist in einer Rolle hier. Wirf deine Geschichte in die Box“, erläutert Professor Dorothea Wenzel, Dekanin der HAW für Design, Mode und Information (DMI), zuständig auch für die Ausstellungen und Aktivitäten zum Jubiläum. Die Texte werden anschließend in einem Jubiläumsbuch zusammengefasst.
Ein stark vergrößerter Grundriss der alten Schwesternmesse bedeckt den ganzen Boden des Raumes. In kleinen Nischen können medizinisches Besteck von Anno Dazumal, Werbematerial der Klinik und Publikationen des heutigen Kunst- und Mediencampus sowie Fotos aus dem Klinikalltag bewundert werden.
Am Jubiläumstag sind in einem anderen Raum Videos über das Jubiläumsgebäude zu sehen. Im Bunker wird Theater gespielt, im Karl-Heinz-Ditze-Hörsaal kommt es zu spannenden Dialogen. Der Sender Tide präsentiert in einem weiteren Raum aus den Geschichten ein Hörstück. Es wird Hausführungen geben und einen Treffpunkt für ehemalige Mtarbeiterinnen und Mitarbeiter und Gäste. Im Dachgeschoss werden Abschlussarbeiten von Bachelor- und Masterabsolventen der HAW aus den letzten Jahren gezeigt. „Wir versuchen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des Hauses miteinander verbinden“, erläutert Profesor Wenzel.

Als Institut für Geburtshilfe erbaut

Die Frauenklinik Finkenau wurde 1911 bis 1914 als „Institut für Geburtshilfe“ gebaut. „Es gab Jahre mit über 6000 Geburten, eine der ersten Anästhesieabteilungen an einer Frauenklinik, die größte Frauenmilchsammelstelle mit 10.000 Litern pro Jahr und eine kostenlose Krebsvorsorge vor der gesetzlichen Einführung“, schwärmt der ehemalige Oberarzt, Dr. Horst Pomp, der bis heute stolz ist, eine Finkenauer zu sein.
2000 wurde die Frauneklinik nach Barmbek verlagert. Drei Jahre später zogen die Hamburg Media School und die Werbeschule Miami Ad ein. Es folgten der Bürger- und Ausbildungssender TIDE, die Filmausbildung der Hochschule für bildende Künste, das MultiMediaKontor und die Fakultät Design, Medien und Information der HAW. (ch)
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