Eine Tauschkiste für St. Georg

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Die Mitarbeiter vom „Schorsch“ und die erste Tauschkiste von St. Georg. Foto: kg

Nimm was raus - tu was rein

Von Karen Grell
St. Georg. Seit ein paar Tagen hat St. Georg eine Tauschkiste. Das Prinzip ist ganz einfach. Jeder, der etwas aus der Kiste herausnimmt der stellt auch wieder etwas hinein. Wozu das Ganze gut sein soll? Man muss es sich wie auf einem winzigen Flohmarkt vorstellen. Man bringt ein Teil von Zuhause mit, das keinen Nutzen mehr im eigenen Hausstand findet und stellt es in die Kiste. Das kann eine alte Vase von der Schwiegermutter sein, die man schon immer gehasst hat oder eine bunte Bluse, die man zwar selber noch wunderschön findet, aber leider nicht mehr dieselbe Größe trägt wie noch vor ein paar Jahren. Ob das System der offenen Tauschkiste funktioniert muss sich noch herausstellen. Dass sie nicht direkt am Hansaplatz gleich neben dem Vor-Ort-Büro bestehen könnte, war allen bewusst, doch ein geeigneter Ort, der sowohl öffentlich als auch beschützt sein würde, musste erst einmal gefunden werden. Das Jugendzentrum „Schorsch“ hat sich nun bereiterklärt, die Kiste bei sich aufzustellen. Die Mitarbeiter allein werden die zusätzliche Arbeit mit der Betreuung der Tauschbörse allerdings auch nicht allein bewältigen können und würden sich freuen, wenn sich eine helfende Hand finden könnte. Viel zu tun gibt es eigentlich nicht, denn die Tauscher selber sollen ja Ordnung halten im Inneren der Kiste, doch „wäre es mit Sicherheit zu empfehlen, immer einmal nach dem Rechten zu sehen.“ Tauschobjekte, die über einen langen Zeitraum nicht mitgenommen werden, müssen entsorgt, Heruntergefallenes wieder aufgestellt werden. Wichtig für das Funktionieren der Tauschkiste ist, dass ihr Konzept richtig verstanden wird. Nicht jeder, der alte Kleidung loswerden will, soll die Kiste damit füllen und auch nicht diejenigen, die alles aus der Kister gebrauchen können, sie komplett leerräumen. Das Prinzip liegt im Tausch. Mir gefällt etwas, was der andere nicht mehr braucht und dafür ersetze ich die Lücke durch einen ausrangierten Gegenstand aus meinem Haushalt. Ein bisschen liegt es schon zurück, als die Menschen ausschließlich getauscht haben, aber die Idee, ein wenig zurückzufinden zu altbewährten Strukturen kann nicht falsch sei. Die drei übergroßen Clowns allerdings, die jetzt in der Kiste neben der Gummiratte und unter der wabbeligen Fledermaus stehen, die sind vielleicht nicht der beste Start in eine Zukunft des Tauschens. Bleibt zu hoffen, dass sich noch ein paar attraktivere Tauschobjekte in den Schubladen finden lassen. „Nimm was raus und tu was rein“. St. Georg hat seine erste Tauschkiste, die beim Schorsch steht und darauf wartet genutzt zu werden. (kg)
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