Einfach mal blau gemacht

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Wollte ein Unbekannter auf der Langen Reihe neue Freiräume für Passanten schaffen? Die Bushaltestelle, Läden und sogar ein Verkehrsschild wurden markiert

Scherz oder Protest? Blaue Linien auf der Langen Reihe

St. Georg. Die Lange Reihe ist in den letzten Jahren immer mehr zur Genussmeile mit Restaurants, Bars und Cafés geworden. Was die einen freut, ist für die anderen zum Alptraum geworden. Anwohner beschweren sich über den permanenten Lärm im Viertel, Fußgänger über die vollgestellten Gehsteige, die kein Durchkommen garantieren. Der Bezirk Mitte hatte deshalb nach und nach die Flächen vor den Läden der Gastronomen mit blauen Linien markiert, um den Platz zu begrenzen, der für Tische und Stühle zur Verfügung steht. So haben auch Rollstuhlfahrer und Eltern mit Kinderwagen noch eine Chance, auf den engen Bürgersteigen ans Ziel zu kommen, ohne immer wieder auf die Straße ausweichen zu müssen. Trotz der blauen Linien haben aber natürlich immer mal ein paar Gäste ihren Stuhl ein wenig über die Begrenzung hinaus platziert. Ob das irgendeinen Anwohner so gestört hat, dass er nun für die Fußgänger eigene Räume mit eigener Farbauswahl markiert hat? Niemand hat ihn gesehen, aber an einem Morgen der vergangenen Woche waren sie plötzlich da, die neuen hellblauen Linien, die vor der Bushaltestelle, am Mülleimer und vor einem Ladeneingang Raum schaffen für Wartende, Hundebesitzer, Fahrrad-Anschliesser und Besucher von Geschäften. „Dennoch ärgerlich“, findet Miriam vom Campus-Laden die Idee mit den neuen Linien, denn auf jeden Fall müssen sie aufwändig wieder entfernt werden. Weder sind sie vom Bezirk genehmigt, noch machen sie wirklich Sinn. „Wahrscheinlich eine Protestaktion“, meint die Verkäuferin, doch lange werden die Freiräume für Passanten nicht auf der Langen Reihe bleiben: einige Geschäfte haben sie bereits auf eigene Rechnung entfernt. (kg)
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