Freiwilliges Engagement im B 20 vor dem Aus

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Thomas Frings, Steffen Roski und Andi Buhr betreiben das Künstlerhaus B 20 und hoffen auf Unterstützung Foto: Grell
St. Georg. Das Haus B 20 in der Brennerstraße ist eine vorübergehende Einrichtung, in der Künstler mit kreativen und sozialen Ideen eine Möglichkeit bekommen haben, um Gebäude bis zu seinem Abriss für ihre Arbeiten zu nutzen. Vermieter ist die Fährhausgruppe, die monatlichen Mietzahlungen rein symbolisch und die laufenden Kosten Sache der Künstler. So funktionierte die Idee engagierter Menschen über viele Monate hinweg.
„Heute sieht die Situation leider wieder ganz anders aus“, bedauert Steffen Roski. Das Haus wurde geräumt und den häufig zum Essen kommenden Flüchtlingen aus Afrika der Aufenthalt im
B 20 bei Nacht untersagt. Nachbarn hatten sich beschwert, den Vermieter informiert und nun sind die Künstler des Hauses mit verschiedenen Behörden im Gespräch, um eine Lösung zu finden. Die Feuerwehr soll den Brandschutz feststellen, das Bezirksamt wurde angeschrieben, 114 Kirchen um Hilfe gebeten und Pastor Marwege aus St. Georg kontaktiert. Bisher kam nicht eine einzige Rückmeldung. Allein der Pastor der Gemeinde hat zugesagt, die nächste Kollekte einer Beerdigung für das Projekt zur Verfügung zu stellen. Am meisten wundern sich die Künstler vom B 20 darüber, dass so viel unternommen wird, um ihr freiwilliges Engagement zu stoppen, das größtenteils aus eigener Tasche finanziert wird.

Aktivitäten im B 20

Und es wurde etwas auf die Beine gestellt. Der TauschRausch Laden war im Bahnhofsviertel, in dem auch viele Menschen mit geringem Einkommen leben, beliebt und das Atelier gab jungen Künstlern ohne Raum eine Chance sich auszuprobieren. „Nach der erfolgreichen Anfangsphase kam die Volksküche hinzu“, erklärt Steffen Roski, Pressesprecher von B 20, die Entwicklung im Haus.

Helfen auf eigene Rechung

Mittellose sollten hier bei Chefkoch Volker einmal in der Woche essen können und das ohne einen Cent zu bezahlen. Der Plan ging auf. Die Nachfrage wuchs mit jeder Woche und Andi Buhr vom B20 hatte bald Mühe, die Spenden für das wöchentliche Essen einzubringen. Komplett veränderte sich die Situation, als die Flüchtlinge aus Libyen in Hamburg eintrafen und das Team sich überlegte, auch für sie zu kochen. „Wir sind Leute der Taten, nicht des Redens und Verhandeln“, erklärt Andi Buhr die spontane Hilfe für die in Hamburg gestrandeten Männer.
„Die Nahrungsmittel bekamen wir von den Geschäften aus der Nachbarschaft und vom „Containern“, erzählt Volker, der von dem Tag an täglich für viele der Flüchtlinge kochte. Diese unbürokratische Hilfe sprach sich schnell herum, die Männer, die bis auf die wenigen, die in Kirchen Unterschlupf gefunden hatten, bis dahin auf der Straße lebten, nahmen das Haus B 20 dankend an, und der Aufenthalt der Wohnungslosen im Künstlerhaus verlängerte täglich um ein paar Stunden. „Wir arbeiten für das Wohl dieser Menschen mit Taten und ohne viele Worte und hoffen immer noch auf Unterstützung“. (kg)
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