Geld für Hamburgs Glocken

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Juli 1917: Arbeiter haben die Frauenglocke im Michelturm zersägt. Sie soll eingeschmolzen werden - für Waffen im 1. Weltkrieg Foto: Archiv St. Michaelis

Viele Spenden: Michel-Geläut bald wieder vollständig

Hamburg. Fast ein Jahrhundert alt ist die Lücke – doch bald kann sie geschlossen werden. Hamburgs Wahrzeichen, die Hauptkirche St. Michaelis, dürfte in absehbarer Zeit wieder ein Geläut aus zehn Glocken haben. Der Grund ist die große Spendenbereitschaft von Bürgern und Unternehmen. Binnen eines Monats sind dem Michel 125.000 Euro für zwei neue Schlagglocken gespendet worden. Die Aktion „So klingt Hamburg“ war erst Ende Oktober gestartet worden. Hauptsponsoren sind die Hamburger Sparkasse und die Drogeriekette Budnikowsky. Die Haspa hat die ersten 25.000 Euro Spende verdoppelt - damit sind nun sogar schon 150.000 Euro in der Glockenkasse, wie die Michel-Gemeinde am vergangenen Freitag mitteilte. Budnikowsky verkauft in seinen Filialen „Beitragetüten“ für zehn Cent. Für den Guss und die Aufhängung der Glocken im Turm sind nach Angaben der Gemeinde insgesamt rund 250.000 Euro nötig.

Folge des 1. Weltkriegs

Die Aktion ist eine Nachwehe des Erste Weltkriegs. Nachdem der Michel 1906 komplett niedergebrannt war und 1912 wiedereröffnet wurde, dauerte es gerade mal fünf Jahre, bis die zehn neuen Glocken des Michels 1917 zum Kriegsdienst einberufen wurden – aus der eingeschmolzenen Bronze wurden Waffen und Geschosshülsen geschmiedet. Bis heute fehlen die Halbstunden- und die Vaterunser-Glocke. Hauptpastor Alexander Röder ist optimistisch: Wenn der Endspurt um die restlichen, noch fehlenden 100.000 Euro genauso rasant verlaufe, könnten die beiden Glocken schon im Sommer aufgehängt werden. (ok)
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