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Stefan Ilic wartet noch auf seine Markierung, die er beim Bezirksamt beantragt und bewilligt bekommen hat. Er findet die Regelung angemessen und stellt Bänke statt Stühle raus, um für mehr Platz zu sorgenFoto: Grell

Fußgänger loben blaue Gastro-Begrenzungen / Wirte genervt

St.Georg. Auch knapp zwei Jahre nach der ersten blauen Linie im Stadtteil St. Georg bleibt die Diskussion über Sinn und Last der Begrenzung für Tische und Stühle im Freien bestehen. Während sich viele Fußgänger über die markierten Sondernutzungsbereiche der Gastronomen freuen, die ihnen immerhin einen zwei Meter breiten Weg zum Vorbeikommen sichern, sind gerade die Ladenbetreiber genervt, die an einem besonders schmalen Bereich des Gehweges ihr Geschäft besitzen. Gerade einmal zwei Tische und Bänke kann Stefan Ilic aufstellen, um seinen Gästen vor dem Café einen Platz an der Sonne zu bieten. „Nicht viel, aber besser als gar nichts“, freut sich der Café-Betreiber dennoch und hat Verständnis für die Begrenzung durch die blauen Markierungen auf dem Gehweg. „Kinderwagen und Rollstühle müssen problemlos an den Außenplätzen vorbeikommen“, meint ein Gast, der die Einschränkung für die Geschäfte begrüßt.
„Der Anreiz, bei schönem Wetter immer mehr Tische vor die Tür zu stellen, ist natürlich groß und kommt dann noch ein abgestelltes Fahrrad hinzu oder der Kleiderständer einer Boutique, dann ist die Lange Reihe dicht für Fußgänger.“ Eingeführt worden waren die blauen Linien schon im Juli 2011 aufgrund massiver Beschwerden beim Bezirksamt von Anwohnern, die sich eingeengt fühlten. Bis heute wird die Einhaltung der Begrenzung immer wieder kontrolliert und es gibt natürlich auch Gastronomen, die in der Markierung eine typisch deutsche Kleinlichkeit sehen. Gerade das südländische Flair der Langen Reihe mit ihren vielen internationalen Besuchern, die sich hier bei den ersten Sonnenstrahlen nach draußen setzten wollen, werde so stark beeinträchtigt. „Muss denn immer alles so genau geregelt werden“, fragt sich ein Wirt, der immer wieder seine Stühle über die blaue Linie hinausstellt. Die Markierung bringt zwar den absolut notwendigen Platz für Fußgänger, setzt aber auch dem beliebten „Chaos“ der Langen Reihe eine entscheidende Grenze entgegen. (kg)
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