„Gut für Hamburg“

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Der olympische Goldmedaillengewinner Eric Johannesen Foto: Witters

Warum Olympiasieger Eric Johannesen auf die Spiele hofft

Von Frank Heike
City
Dass olympische Goldmedaillengewinner keine Geldberge auftürmen, weiß Eric Johannesen aus leidvoller Erfahrung nur zu gut. Gern erzählt der Ruderer aus dem Deutschland-Achter die Anekdote, wie er vor dem ersten Rennen nach seiner Goldmedaille von London 2012 ein Trikot kaufen musste – und es selbst bezahlte. Daran hat sich einiges geändert; Johannesen hat Sponsoren gefunden. Und es geht ihm auch nicht um den Euro. Dann wäre er sowieso in der falschen Sportart unterwegs. Der Student der Hamburg School of Business Administration (HSBA) am Alten Wall sagt: „Die Erlebnisse und Erfahrungen bei olympischen Spielen sind mit Geld nicht aufzuwiegen.“

Chancen und Risiken


Auf seinen häufigen und oft langen Wegen vom Studienort in der City zur Rennstrecke auf der Dove-Elbe in Bergedorf hat der 26 Jahre alte Rudererer schon oft den Zustand Hamburger Straßen inspiziert. Deswegen kann er guten Gewissens behaupten: „Die Hamburger Straßen sind schon jetzt überlastet. Das würde durch eine Olympia-Bewerbung und ihre Folgen schnell in großem Stile verbessert.“
Johannesen startet für den RC Bergedorf. Er ist ein mündiger Athlet, der mit offenen Augen durch die Welt geht. Er sieht Chancen und Risiken Olympischer Spiele. Auch deswegen ist er einer der Olympia-Botschafter Hamburgs und gibt in Interviews und auf Podien Auskunft über seine olympischen Erfahrungen. Er sagt: „Man schafft durch Olympische Spiele und Paralympics eine komplett neue Stadt. Das war im Londoner Osten so, und das wäre in Hamburg auf dem Kleinen Grasbrook so.“ Der Deutsche Olympische Sportbund entscheidet am 21. März, ob Hamburg offizielle deutsche Bewerberstadt für Olympia 2024 wird.
Johannesen hat sich durch die Konzepte gefuchst und ist selbst Fachmann geworden. „Fast alle Sportstätten sollen innerhalb eines Ringes von zehn Kilometern Durchmesser liegen. Da gibt es keine langen Fahrten. Das ist gut für Athleten und Zuschauer“, urteilt er. In London lag die Regattastrecke so weit außerhalb, dass die Ruderer nicht im Olympischen Dorf wohnen konnten. In Hamburg wäre das anders. Den Skeptikern einer olympischen Bewerbung hält Johannesen entgegen: „Natürlich kosten Kampagne und Ausrichtung viel Geld. Aber Hamburg würde locker 30 Jahre davon profitieren. Die Stadt könnte sich zwei Wochen lang der Welt präsentieren. Bessere Werbung gibt es nicht. Zudem würden Infrastrukturprojekte, die es sowieso irgendwann geben müsste, schneller realisiert“. Siehe Straßenbau.

Rennen auf der Alster


Am Alten Wall, wo Johannesen studiert, hat auch der Hamburger Schiffsversicherer Georg Duncker seinen Sitz. Den praktischen Teil seines dualen Studiums absolviert der in Oberhausen geborene Sportler hier. Und von hier schaut er auf die Binnenalster. Die ist als Ort für die olympischen Schwimmwettkämpfe im Rahmen des Triathlons vorgesehen. Johannesen sagt: „Spiele in der City, das ist nicht zu toppen.“ Er selbst durfte schon mal ein Rennen im Deutschlandachter auf der Binnenalster rudern. Im September 2014 war das. Vor unzähligen Zuschauern.
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