Hamburg: „Das Schönste sind dunkle Wolken“

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Sönke Lorenzen fotografierte eine Klüsenspülung- die Spülung eines rostigen Ankers Fotos: Hörmann

Fotoausstellung zeigt dicke Pötte und den Hamburger Hafen

Hamburg. Eine Fotoausstellung direkt von der Waterkant – da schlagen die Herzen der Touristen höher. Und natürlich freuen sich auch die Hamburger über die spannenden Bilder von ihrer Elbe und dem Hafen: „Licht des Hafens 2.0“ von Sönke Lorenzen zeigt dicke Pötte vor der Köhlbrandbrücke, Großaufnahmen von Ankern oder Schiffsschrauben, Container und immer wieder das Spiel von Wasser und Licht. Besonders schön: Die Fotos sind auf dem Überseeboulevard in der HafenCity Open Air ausgestellt und daher den ganzen Tag über kostenlos zu sehen. Insgesamt 50 großformatige Bilder hat Fotokünstler Sönke Lorenzen ausgewählt. Sie stammen alle aus seiner Schiffsserie. Vor acht Jahren hat die Elbe den Anwaltssohn gepackt und ihn seitdem fest im Griff. Erst hatte er brav Jura studiert, dann als Journalist gearbeitet, doch im Jahr 2006 realisierte Lorenzen sich seinen großen Traum, wurde Fotograf. Seine Arbeiten hängen inzwischen in aller Welt. Gern kaufen zum Beispiel Reedereien die großformatigen Arbeiten, aber auch Privatkunden lassen sich von der besonderen Stimmung der Fotos begeistern. „Sie werden bei mir niemals einen blauen Himmel entdecken“, sagt der Fotokünstler, „da fehlt die Kraft, die Power, die kommt nämlich durch die Wolken. Das schönste für mich sind dunkle Wolken mit etwas Licht.“ Seine Bilder sind kraftvoll, intensiv, auch durch die Farben, die Lorenzen am Computer bearbeitet. Wie genau, verrät er nicht, es sind auf jeden Fall vier verschiedene Programme im Spiel. Alle Fotos entstehen vom Motorboot aus – „ich bin ein Wassermensch“, sagt Lorenzen und – nein, das Schwanken störe ihn nicht. Die Details der Schiffe faszinieren den Fotokünstler, auch Rost, wenn so ein alter Pott in Würde gealtert ist. Ein Bild zeigt die Spülung eines rostigen Ankers. Das Wasser schießt durch den sogenannten „Klüsentunnel“.„Klüsen“, das sind die Öffnungen in der Bordwand. Und auf Plattdeutsch heißen so auch die Augen. Wir sagen: „Augen auf“, „Klüsen opp“ auf dem Überseeboulevard, die maritimen Bilder von Sönke Lorenzen sollte man sich nicht entgehen lassen. Der Eintritt ist frei. (sh)

bis 26. Juni, „Licht des Hafens 2.0“, HafenCity, Überseeboulevard
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