Hamburg: Ein Haus voller Magie

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Zauberkünstler, Fernsehstar, Buchautor, Zauberei-Historiker: Die Liste der Aktivitäten des Wittus Witt ist lang. Der 65-jährige gebür- tige Westfale gründete seinen Hohenfelder Salon vor zwei Jahren Fotos: Dagmar Gehm

In Hohenfelde betreibt Zauberkünstler Wittus Witt eine Galerie mit Bühne

Von Dagmar Gehm
Hohenfelde Herz Bube? Nein, das wäre zu einfach. An Herz Bube denken bestimmt alle Frauen. Also besser Kreuz Acht. Da kommt dieser smarte Zauberer trotz seines intensiven Blicks nie drauf. Glaube ich. Wittus Witt fächert das Blatt auf, eine Karte ragt bereits heraus. „Sagen Sie jetzt, an welche Sie gedacht haben“, fordert er mich auf. Und – oh Wunder! – die auffällige Karte erweist sich als Kreuz Acht.
Wie hat er das hingekriegt? Kann er Gedanken lesen oder ist es am Ende nur ein Trick? Doch eigentlich will ich es gar nicht wissen sondern lasse mich lieber verführen durch die Magie der Illusion, zurückführen in eine Zeit, in der noch alles möglich schien. Wo weiße Kaninchen wirklich aus leeren Zylindern sprangen, zersägte Jungfrauen plötzlich wieder ganz waren oder Karten schweben, verschwinden, sich verwandeln oder gar schrumpfen können.
Kaninchen und Jungfrauen hat Wittus Witt schon weit hinter sich gelassen. Auch Effekthascherei mit viel Technik lehnt er ab. Sein Fokus liegt auf der Kunst, die sich von vordergründiger Show unterscheidet wie ein Maßanzug von Massenproduktion. Edel, fein, handgemacht.
„Es ist ein Spiel um Wahrnehmung, Wahrheit und Illusion“, erklärt der Zauberkünstler. Witt spielt mit dem Publikum. Lässt es in der intimen Atmosphäre des Zaubersalons ganz nah an sich und die Tricks heran. Holt Zuschauer Manfred Happach auf die Bühne: „Ich habe schon viele Zauberer gesehen“, sagt der Farmsener, „aber konnte ihnen nie so direkt auf die Finger schauen. Trotzdem habe ich den Seiltrick nicht herausgefunden.“ Zwischendurch gibt Wittus Witt Einblick in die Geschichte der Zauberkunst, erzählt, wie er selber in ihren Bann geriet. Wie ihm sein Vater die ersten Kartenkunststücke zeigte, er dann während des Kunststudiums bei Prof. Joseph Beuys nebenbei auf der Straße zauberte, wo er schließlich von Jean Pütz fürs Fernsehen entdeckt wurde.
Vor zwei Jahren hat er die Galerie W in einem Hinterhof bei der Schwimmhalle eröffnet und ihr mit wechselnden Ausstellungen Leben eingehaucht. Bis 25. Februar 2015 läuft noch die aktuelle Ausstellung „Karten für Zauberer – drei Jahrhunderte Kartenzauberkunst“ mit ganz besonderen Zauberkarten. Kunstvoll gestaltet die meisten und manche nur für den Eingeweihten sichtbar gezinkt. Ebenfalls bis zum 25. Februar zeigt Jan Logemann, amtierender Weltmeister der Kartenzauberkunst, jeden Mittwoch um 21 Uhr sein Programm "52 Karten in 52 Minuten". Jeden Freitagabend präsentiert Wittus Witt sein Programm "Spiel-Zauber-Spiel".
Dann verwandelt sich die Galerie in einen Zaubersalon. Mit einer Bühne und schwerem, roten Vorhang, vor dem fast alles möglich scheint.

Info: Galerie W, Ifflandstraße 64, Tel. 41542674, galerie-we.de Öffnungszeiten: Mi-Fr 14-18 Uhr, So: 12-18 Uhr und nach Vereinbarung.
Eintritt Ausstellungen: frei. Führungen nach Vereinbarung. Vorstellungen im Zaubersalon zzt. mittwochs und freitags.Eintritt: 23,50 Euro inkl. Canapés und Prosecco. Unbedingt reservieren, da es nur 20 Plätze gibt.
Gutscheine können bestellt werden. (geh)
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