Hamburg Harley Days

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Chinesische Harleyfahrer ließen auf der Reeperbahn die Flagge wehen Fotos: Gehm

Satter Sound und knatternde Kult-Motorräder

Von Dagmar Gehm

City Wenn sich die Hafenbrise mit Benzinduft mischt, die Erde dröhnt und der satte Sound der knatternden Kult-Motorräder durch die Straßen schallt, dann sind die Hamburg Harley Days angesagt.

Drei Tage lang wurde mit rund 400.000 Teilnehmern und 50.000 chromblitzende Harleys auf dem Gelände des Großmarkts und seinen Side Locations gefeiert und gefahren. Mehrere Bands rockten die Zeltstadt mit ihren Verkaufsständen, die von Bekleidung bis zum neuen Bike alles im Angebot hatten, was des Motorradfahrers Herz begehrt.

Wall of Death

Als brandneue Attraktion im Harley Village ist die „Wall of Death“ dazu gekommen, ein großer Holzkessel, in dem Steilwandfahrer bis zur oberen Kante ihre Runden drehen. Als bester aller Todeswand-Fahrer gilt Jagath Perera aus Sri Lanka: „Die Belastung für den Körper ist bei 60 bis 70 km/h sehr hoch. Diese Wand ist außerdem besonders gefährlich“, sagt der 46-jährige, der sich schon mehrfach die Knochen gebrochen hat.
Höhepunkt am Sonnabend war die Ride-In Bike Show auf der Mönckebergstraße, auf der über 100 der schönsten und am phantasievollsten umgebaute Motorräder um die Gunst der Jury wetteiferten. Ein Bike mit einer besonderen Geschichte ist eine olivgrüne Army Harley von 1942, die von den Amerikanern an die damalige Sowjetunion geliefert wurde. „Sie hat sogar einen Rückwärtsgang für den Rückzug“, erklärte ihr jetziger Besitzer Björn Andersson, Harley-Davidson-Vertragshändler in Breitenfelde, der von Schauspieler Simon Böer (Notruf Hafenkante) den Pokal für den dritten Platz in der Kategorie „Oldtimer Class“ entgegen nehmen durfte.

Der nächtliche Himmel über Hamburg leuchtete bunt von den Feuerwerken am Freitag und Sonnabend, nach 22 Uhr wurde die Party auf die Reeperbahn verlagert, der Spielbudenplatz zum Hotspot erklärt. Trotzdem fanden sich am Sonntag rund 8.000 Biker zur traditionellen Abschlussparade ein, angeführt von Rockmusiker Peter Maffay (67), Udo Lindenbergs ex-Leibwächter, Schauspieler und Musiker Eddy Kante (57), „Werner“-Erfinder Brösel (67) Moderator Marek Erhardt (48) und Schauspieler Kalle Haverland (61). „Wann immer ich es einrichten kann, nehme ich an der Parade teil“, sagt Rocksänger Peter Maffay, der am Morgen extra aus München eingeflogen war.

Eine weitaus längere Strecke hatten einige Chinesen zurückgelegt, die mit Leih-Harleys unterwegs waren. „Wir sind gern in Hamburg“, sagt Chen Zong Ming (39): „Wir genießen die tolle Party, den blauen Himmel und die gute Luft, die ihr hier habt.“. Es mag an der „würzigen“ Mischung aus Hafenbrise und Benzin liegen.
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