Hamburg: Hier wird‘s einem warm!

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Ursula Berg, Uwe Seinbach und Barbara Kray helfen seit Jahren in der Kleiderkammer in St. Georg Foto: Grell

Die Kleiderkammer in der Danziger Straße hat jetzt Hochkonjunktur

Hamburg. Überall in Hamburg kann man in den Geschäften jetzt warme Winterkleidung kaufen. Gestrickte Mützen, dicke Jacken und gefütterte Stiefel. Doch gibt es auch viele Menschen in der Stadt, die nicht genug Geld haben, um sich überhaupt Kleidung leisten zu können. Sie kommen dann zur Kleiderkammer der Diakonie des Kirchenkreises- Ost in der Danziger Straße in St. Georg. Dort finden sie einen Ausdruck auf dem Tresen, der ihnen die Kleidungsstücke zeigt, zwischen denen sie auswählen können. Strümpfe, Hosen, Jacken und Schuhe, wer kein deutsch spricht, der zeigt einfach auf eines der Bilder und bekommt das Gewünschte zugewiesen. „Lieber gleich anprobieren“, empfehlen die freiwilligen Helfer, die eine kleine Kabine abgeteilt haben.

Nummern vergeben

Viel Zeit bleibt allerdings nicht, denn für zwei Stunden werden vom Hausportier Jörg Herrmann nur zwölf Nummern vergeben - wer keine bekommt, muss ein anderes Mal wiederkommen. Die Kleiderkammer arbeitet mit ehrenamtlichen Helfern und vergibt Kleidung, die aus Spenden stammen. Wichtig ist für Ursula Berg (77) und Barbara Kray (72), dass die Kleidung sauber und tragbar ist. „Kaputte Hosen und Schuhe ohne Sohlen haben die Bedürftigen selber schon“. Die meisten der Hilfesuchenden kommen zögerlich in die Kleiderkammer, schämen sich, diese Unterstützung in Anspruch nehmen zu müssen und hoffen auf ein besseres Leben. Wie die beiden Bulgaren, die schon in Südamerika gearbeitet haben und jetzt in Deutschland einen Job auf einer Baustelle annehmen konnten, stundenweise. „Für Kleidung bleibt da nicht viel übrig“, bedauert der junge Bulgare, Ziwko Merin (26), der an diesem Morgen ein paar neue Stiefel bekam. Ursula Berg und Barbara Kray sind glücklich, hier helfen zu können. Zusammen mit Uwe Steinbach (67), dem Fahrer und der guten Seele der Kleiderkammer, sortieren sie die gespendeten Kleidungsstücke, räumen nach Größen in Regale ein und rufen immer am Mittwoch und Donnerstag zu den Öffnungszeiten nach Nummer auf.

Nur mit Nachweis

Nur wer einen Nachweis mitbringt, wird in eine Liste eingetragen und darf einmal im Monat kommen, um sich neu einzukleiden. „Wir sind aber auch flexibel“, so die Ehrenamtlichen, „wer keine Hose braucht, dafür aber gleich zwei Pullover, der bekommt diese auch“. Die Arbeit in der Kleiderkammer macht den beiden viel Spaß und „Wir haben so eine sinnvolle Aufgabe“, betont die 72-jährige, die noch auf Winterjacken hofft. „Wir brauchen warme Kleidung, der Winter ist noch nicht vorbei“. (kg)

Kleiderkammer, Diakonie Hamburg, Danziger Straße 15-17, Tel.: 519000-111, E-Mail:  info@kirche-hamburg-ost.de, kirche-hamburg-ost, Öffnungszeiten Mittwoch 10 bis 12 und 14 bis 16 Uhr, Donnerstag 10 bis 12 Uhr, gut erhaltene, gewaschene und warme Kleidung kann auch außerhalb der Öffnungszeiten beim Portier abgegeben werden
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