Hamburg: Mythos Coco Chanel

Anzeige
Eine Chanel-Jacke aus dem Jahr 1963. Im Hintergrund: US-Präsidentengattin Jackie Kennedy, eine der Promi-KundinnenFoto/Repro: sh

Museum widmet der französischen Modedesignerin eine Sonderausstellung

Hamburg. Selbstbewusst, unabhängig und geschäftstüchtig: Coco Chanel ist ihrer Zeit weit voraus, als sie zu Beginn des 20. Jahrhundert die Mode revolutioniert, indem sie Frauenkleidung schlicht und bequem macht. Seit den Anfängen 1913 baut sie ein außerordentlich erfolgreiches Modeimperium auf. Noch heute hat jede Frau ein Bild im Kopf, wenn der Begriff „Chanel-Kostüm“ fällt – die typische Jacke ohne Revers mit Bordüren, dazu ein knielanger Rock – es grenzt an ein Wunder, dass sich in der durch permanenten Wandel geprägten Modewelt ein Trend über Jahrzehnte halten kann. Doch damit nicht genug: Coco, eigentlich Gabrielle, Chanel lanciert zu Beginn der 20er-Jahre ihr Parfum „Chanel N° 5“, dessen großer Verkaufserfolg ihr zeitlebens finanzielle Unabhängigkeit sichert. Das Museum für Kunst und Gewerbe widmet der Mode-Ikone eine Ausstellung mit mehr als 200 Exponaten und spürt dem „Mythos Chanel“ nach. Der Chanel-Stil ist schlicht und doch edel. „Die Mode von Chanel musste drei Eigenschaften haben“, erklärt Kuratorin Maria Spitz, „Bequemlichkeit, Strapazierfähigkeit und Perfektion.“ Die prominenten Kunden wussten vor allem den eleganten Look zu schätzen. Marlene Dietrich, Romy Schneider, Jackie Kennedy, sie alle trugen Chanels Kostüme und Kleider, machten die Marke zu einem Inbegriff für Stil, Klasse und auch für Noblesse. Immerhin kostete schon damals ein Chanel-Kostüm etwa soviel wie ein Kleinwagen. Kein Wunder also, dass alles von Chanel von anderen Designern kopiert, neu interpretiert und damit oft auch bezahlbar gemacht wurde.
Ein Raum zeigt Varianten des „Kleinen Schwarzen“, das von Coco Chanel zwar nicht erfunden, doch als Gesellschaftskleidung etabliert wurde. Ein weiterer Raum der Ausstellung ist Karl Lagerfeld gewidmet, der vor 30 Jahren Coco Chanels Erbe als Designer des Hauses Chanel antrat und seinen Teil zum Mythos beigetragen hat. (sh)

bis 18. Mai, Dienstag bis Sonntag, 10 bis 18 Uhr, Donnerstag bis 21 Uhr, Museum für Kunst und Gewerbe, Steintorplatz. Eintritt: 10 Euro, ermäßigt 7 Euro, Kinder unter 18 Jahren frei.
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige