Hamburg: Neue Papierkörbe mailen, wenn sie voll sind

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Werner Kehren, der Geschäftsführer der Hamburger Stadtreinigung (l.) und Umweltsenatorin Jutta Blankau klebten Sprüche an die neuen Müllcontainer Foto: kg

City-Container mit eingebauter Müllpresse werden mit Solarstrom betrieben

City. Die Hamburger Stadtreinigung hat im gesamten City-Bereich zwischen Gänsemarkt und Lange Reihe 160 solarstrombetriebene Mülleimer aufgestellt. Durch eine eingebaute Presse wird der eingeworfene Abfall mit Hilfe der Sonnenenergie gepresst. Jeder Behälter kann so den Inhalt von bis zu sechs großen gefüllten Müllsäcken fassen.
Notwendig wurde diese Innovation im Bereich Abfallentsorgung wegen der steigenden Besucherzahlen in der Innenstadt. „Wir haben einfach immer mehr Müll neben den Eimer vorgefunden“, erklärt Thomas Nass, Regionalleiter für Hamburg Mitte. Neben der größeren Menge, die diese neuen „Big Bellys“ (dicken Bäuche) aufnehmen können, haben sie noch einen weiteren Vorteil. „Sie nehmen mit uns Kontakt auf“, erklärt Werner Kehren, der Geschäftsführer der Stadtreinigung. Wie bitte? Per E-Mail werden die Mitarbeiter über den aktuellen Füllstand informiert und können sofort reagieren, wenn ein Mülleimer komplett gefüllt ist. Die neuen Abfalleimer können bis zu sieben Mal mehr als die üblichen roten Eimer schlucken. „Bei 100 Litern Fassungsvermögen können bei 225 neuen Modellen 500.000 Liter pro Woche in die Eimer wandern“, rechnet Geschäftsführer Kehren aus. Außerdem seien die Big Bellys, die jeweils 120 Zentimeter hoch sind, ein „Gewinn fürs Stadtbild“. Überquellende Papierkörbe und Abfallgerüche sollen passé sein. Und auch in punkto Vandalismus hätten sich die Systeme während einer zweijährigen Testphase auf der Reeperbahn als äußerst widerstandsfähig erwiesen. Die Stadtreinigung geht davon aus, dass sich die hohen Anschaffungskosten von etwa 5.000 Euro pro Stück bezahlt machen, denn die großen Container müssen nur noch vier- bis fünfmal pro Woche geleert werden, knapp die Hälfte der bisherigen Fahrten.
Auch Umweltsenatorin Jutta Blankau ist von dem Konzept überzeugt. Zur Einweihung in der Mönckebergstraße appellierte sie an alle Besucher der Innenstadt, die Mülleimer auch zu nutzen, „damit die schönste Stadt Deutschlands sauber bleibt“. (kg)
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